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Vorwort
Vom 20. bis 23. März 1977, in der Woche, in welcher die Welt Beethovens 150. Todestag beging, trafen sich anläßlich der Beethoven-Ehrung der Deutschen Demokratischen Republik rund 500 Teilnehmer aus 19 Ländern zu einem internationalen Kongreß in Berlin.
Zu unserer Freude sehen wir uns heute, ein Jahr später, schon in der Lage, den Bericht von diesem Kongreß vorzulegen. Dazu dürfte es kaum so bald gekommen sein ohne die tatkräftige Unterstützung durch Verlag und Druckerei sowie das Ministerium für Kultur, vor allem aber der beteiligten Panelisten und Referenten, die uns ihre überprüften Beiträge ohne Zeitverlust zukommen ließen. Ihnen allen sei an dieser Stelle angelegentlich gedankt. Besonders hoher Dank gebührt indessen dem Stab junger Redakteure, die in oft mühsamer Kleinarbeit dem umfangreichen Sammelband zu seinem einheitlichen Gesicht verholfen haben. Ihre Namen sind auf vorstehender Seite aufgeführt.
Die Form des Kongresses war durch seine kombinierte Anlage gegeben (Rundtischgespräche zu festen Referaten — freie Beiträge in simultanen Sektionen). Inhaltlich war er durch den Versuch einer kohärenten Thematik gekennzeichnet. Ihrer endgültigen Festlegung war eine internationale Umfrage nach den aktuellsten Anliegen gegenwärtiger Beethoven-Forschung vorausgegangen. So konnten die meisten der anwesenden Teilnehmer an den Rundtischgesprächen nicht allein in Kenntnis des Referates diskutieren, sondern schon früh und rechtzeitig zur Ausarbeitung der Kongreßkonzeption persönlich beitragen. Folgende Themen traten in den Vordergrund:
— die immer folgenreichere Erforschung der Skizzen auf dem Stand der neuesten Methoden,
— die unausweichliche Bestimmung von Beethovens sozialer Position,
— die Probleme zureichender Analyse und ihre methodischen Aspekte,
— sein Personalstil im Lichte neuer Kategorien (Materialstand und ideologische Dimension),
— das dialektische Verhältnis von Kunst und Leben (Interferenz zwischen musikalischen und biographischen Komponenten),
— die Konstanten und Variablen im historischen Beethoven-Bild bis auf die Neuzeit.
So unterschiedlich die Komplexe und ihre Behandlungsebenen, so eng erwiesen sich die Berührungspunkte. Was der Kongreß fühlbar hervortreten ließ, dürfte der nun vorliegende Bericht einsichtiger machen: den unlöslichen inneren Zusammenhang aller zur Sprache gebrachten Probleme, ihr konzentrisches Verhältnis untereinander, gerichtet einzig auf Werk und Persönlichkeit eines Mannes: Beethoven.
Ein besonderes Gepräge erhielt der Berliner Kongreß durch die auf allen Seiten als Gewinn verbuchte Begegnung von berufenen Vertretern der pragmatisch-philologischen Richtung mit ebenso kompetenten Repräsentanten ästhetischer, psychologischer, ideologischer und historisch-sozialer Fragestellungen. Gerade in dieser Komplexität dürfte der Bericht ebensoviele neue Materialien und Sachverhalte wie konzeptionelle Ansätze und Denkanstöße bieten. Den Nutzen sollte die weitere Beethoven-Forschung haben.
Die Herausgeber