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Vorwort
Berlin ist eine erregende Stadt, voller Spannungen und Gegensätze.
Hier die rastlose Unruhe der modernen Großstadt, dort die weiten Wälder und stillen Seen der Umgebung. Hier die Hochhäuser in moderner Architektur, dort die „Berliner Dörfer" von Malchow im Norden bis Bohnsdorf im Süden mit alten Bauernhäusern, grasenden Kühen und ländlicher Stille trotz neuester landwirtschaftlicher Anlagen und Maschinen. Hier der automatisierte Großbetrieb, dort der Meister, dem sein Handwerk eine Kunst ist. Was prägt das wirkliche Gesicht unserer Stadt: die Hetzjagd des Verkehrs und der Maschinen oder die Beschaulichkeit der Angler an der Spree? Es ist beides. Berlin lebt aus dieser Spannung, zwischen Moderne und Idyll, zwischen alt und neu. Gegensätzliches hat selbst die Bewohner dieser Stadt geformt, die „berühmte" rauhe Schale mit dem romantischen Kern: „Herz mit Schnauze" sagen wir dazu.
Auf Berlin blickt heute die Welt. Hier stoßen die großen Gegensätze unserer Zeit - Sozialismus und Imperialismus - zusammen im Spannungsfeld unserer Stadt, östlich und westlich vom Brandenburger Tor.
Sichtbar wird hier der große Konflikt unserer Zeit ausgetragen. Sichtbar ist hier der Wettbewerb beider Gesellschaftsordnungen, ihre Gegensätzlichkeit und die Möglichkeiten friedlicher Koexistenz.
Immer wurden das Leben Berlins und sein Bild vom Fleiß und von den Lebensbedingungen arbeitender Menschen geprägt - seit der Entstehung vor über 700 Jahren. Nie bestimmte der Prunk der Herrschenden das Gesicht unserer Stadt, weder der Hof derHohen-zollernkönige noch die Villen der Industriellen. Einfach, oft trist, war das äußere Bild Berlins, wie es sich noch heute ablesen läßt an den gotischen Backsteinkirchen, den wenigen erhaltenen Wohnbauten aus Renaissance und Barock und selbst den Fabriken und Mietskasernen des 19. und 20. Jh.
Immer zogen sich auch durch das politische Leben die Wünsche und der Wille der Werktätigen. Aber alles Aufbegehren wurde immer wieder unterdrückt und niedergeschlagen, ob im 15. Jh. der „Berliner Unwille" der Handwerker und Händler gegen die Hohenzollern, ob 1848 die bürgerlidhe Revolution oder 1918/19 der Ruf nach einer sozialistischen Republik. Erst die Befreiung vom Faschismus 1945 machte den Weg frei zur Verwirklichung dieser Jahrhunderte alten demokratischen Traditionen. Aus Angst vor dieser Berliner Wirklichkeit wurde die Stadt 1948/49 durch dje Westmächte gespalten. Seitdem bildet Westberlin eine Art zurück-