Bővebb ismertető
Das Romanschaffen von Georges Bernanos ist dem großen Publikum längst bekannt und wurde schon von namhaften Literarhistorikern bzw. Essayisten behandelt: Unter den bedeutendsten Studien, die ihm bereits gewidmet worden sind, rangiert zweifellos an erster Stelle das umfangreiche Buch von U. v. Balthasar: „Bernanos", Verlag J. Hegner, Köln und Ölten, 1954.
Bernanos' Hauptromane, die ihm eine internationale Leserschaft gesichert haben, „Sous le soleil de Satan" und „Le journal d'un curé de campagne", wurden schon in den dreißiger Jahren ins Deutsche übersetzt und von der deutschen Kritik analysiert und gebührend gewürdigt.^ Diesen beiden Romanen gesellte sich nach dem Zweiten Weltkrieg ein neuer Roman hinzu, der, zuerst im Jahre 1943 in Brasilien herausgegeben, erst drei Jahre später bei Gallimard, Paris, erschien, „Monsieur Ouine", und im Jahre 1946 unter dem Titel „Die tote Gemeinde" bei Hegner veröffentlicht wurde.
Die Literaturgeschichte mißt Bernanos' Roman-Produktion großen Wert bei. Zu den „zwölf besten Romanen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts", die im Jahre 1950 durch eine von Colette präsidierte Jury ausgewählt wurden, zählt bekanntlich „Le joumal d'un curé de campagne". Die Kritik urteilt darüber hinaus einstimmig, daß Bernanos der originale Schöpfer eines literarischen, vor ihm kaum bekannten, jedenfalls nie zuvor in einer so tiefschürfenden Weise dargestellten Typus ist, ich meine den katholischen Priester, als Helden und manchmal zugleich Opfer der erdrückenden Problematik seiner mystischen Berufung, als das dramatische Subjekt der menschlichen Auseinandersetzung mit den Kräften des Bösen und sogar mit Satan selbst.
Diese echt Bernanossche Schöpfung hatte eine sehr ergiebige Nachkommenschaft: Bernanos' Epigonen auf diesem Gebiet sind Legion und sie bleiben bei all ihrem literarischen Wert weit entfernt von der beinahe halluzinatorischen Schöpferkraft ihres Vorbildes.^®' Mit dem Abstand der Zeit werden wahrscheinlich Literatur- und Ideengeschichte eben in dieser Originalität Bernanos' berechtigten Anspruch auf einen zeitlosen Ruhm erkennen.