Bővebb ismertető
Vorwort
Das weiß das Publikum nicht und mag es nicht wissen, daß, um ein Kunstwerk zu empfangen, die halbe Arbeit an demselben vom Empfänger selbst verrichtet werden muß. Fersuccio Busom
Die Qualität eines neuen Konzertführers erweist sich vielleicht am besten durch seine Brauchbarkeit. Um den Zugang möglichst zu vereinfachen, wurde die alphabetische Anordnung gewählt, die natürlich zeitlich nicht zusammengehörige Komponisten zu Nachbarn macht. Die Autoren haben versucht, ihre Erläuterungen so verständlich wie möglich zu halten, ohne unzulässig zu simplifizieren. Ein gewisses Maß an musikalischen Grundbegriffen ist aber nötig, um überhaupt etwas Sinnvolles sagen zu können. Deshalb wurde im Anhang ein Glossar mit den wichtigsten Grundbegriffen bereitgestellt, das im Bedarfsfall hinzugezogen werden kann.
Über Musik, die ungreifbarste der Künste, zu schreiben, ist eigentlich schon ein Widerspruch in sich. So kann es sich immer nur um Annäherung handeln. Deshalb verstehen sich die Beiträge dieses Bandes lediglich als Hilfestellung fürs Zuhören. Wer etwas über die Entstehung eines Werkes weiß, über die Rolle, die es in der Vorstellungswelt seines Schöpfers gespielt hat, wer sich den Aufbau und den formalen Verlauf vergegenwärtigt, der verfügt über jene Voraussetzungen, die aufmerksames Zuhören, d.h. Wahrnehmung im eigentlichen Sinn, erst möglich macht.
Der Bertelsmann Konzertführer umfaßt alle Gattungen reiner Orchestermusik für größere Besetzungen (Symphonien, Symphonische Dichtungen, Ballettmusiken und Ouvertüren, soweit sie im Konzertsaal gespielt werden), Instrumentalkonzerte, aber auch geistliche Werke (Oratorien und Messen).
Der Hauptteil, der die Komponisten und ihre Werke enthält, vereint in alphabetischer Reihenfolge zwei Typen von Artikeln. Im ersten werden die rund 100 Komponisten, deren Musik heute das gängige Repertoire ausmacht, mit Einzelanalysen ihrer wichtigsten Werke vorgestellt. Am Schluß der Werkbetrachtung folgt in der Regel ein Medienhinweis, abgekürzt 0, der als Empfehlung des jeweiligen Autors die Wahl aus der Fülle des Angebots, die ja bei manchen Werken oft Dutzende von Aufnahmen umfaßt, erleichtern möchte.
München, im September 1993
Bei besonders wichtigen Werken können dies bis zu drei Empfehlungen sein. Langspielplatten (LP) werden nur genannt, wenn noch keine Übertragung oder Einspielung auf Compact Disc (CD) vodiegt. Die Angaben zu den Bildträgern (Video/VD und Laserdisc/LD) verstehen sich nicht als Empfehlungen, da hier meistens nur eine Aufnahme vorliegt. Es handelt sich hierbei also mehr um eine Bestandaufnahme, die allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
Neben dem Hauptkontingent an Komponisten, bei denen die Betrachtung des Einzelwerks im Mittelpunkt steht, enthält der Konzertführer noch rund 150 kürzere Artikel über Komponisten, die seltener in den Programmen auftauchen, zum Verständnis der Musikgeschichte aber doch wichtig sind. Hier wurde auf die Herausstellung von Einzelwerken verzichtet.
Einen nicht zu knappen Raum erhielt die Darstellung auch der Musik unseres Jahrhunderts, die in den Konzertprogrammen erfreulicherweise immer stärker vertreten ist; einen weiteren Akzent bildet die angemessene Berücksichtigung von Komponistinnen aus Vergangenheit und Gegenwart.
Der Anhang enthält neben dem Glossar - jeweils separat - ein kleines Lexikon großer Orchester und namhafter Dirigenten. Angesichts der ausgedehnten Reisetätigkeit vieler Orchester und Dirigenten dürften diese Informationen willkommen sein. Ein Personen- und Werkregister ermöglicht einen raschen Zugriff
Über 100 Abbildungen von Komponisten und ihrem Umfeld, Dirigenten und Orchestern, Wiedergaben von Autographen und Szenenphotos von Balletten runden den Band ab.
Wenn dieses Buch dazu beiträgt, Bekanntes neu erscheinen zulassen und Neugierde auf Unbekanntes zu wecken, dann glauben Herausgeber und Autoren ihrem Ziel nahegekommen zu sein.
Christoph Hahn Siegmar Hohl