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VORBEMERKUNG
Die nachfolgenden acht Skizzen über Einzelfragen des Gebetes, entstanden aus einem unter dem Titel «Ver-suchsanordnung-Gebet» veröffentlichten Artikel, be-mühen sich, der Frage, was Beten und Gebet heute lei-sten kann, soll oder müBte, nachzugehen. Sie tun das so-wohl formai wie auch inhaltlich in einer weniger an den Stil wissenschaftlicher Untersuchungen als an den Essay angelehnten Weise.
Zugleich enthalten alle acht Einzelskizzen jeweils ein-zelne oder mehrere Texte aus Tradition und Gegenwart, mit denen das theoretisch oder eher: literarisch Beschrie-bene verdeutücht werden soll.
Die jeweils am Kopf der Kapitel stehenden Zitate stammen in der Regei aus dem oben erwáhnten Aufsatz, der in Diktion und Form wesentlich strenger, aber auch kürzer gehalten ist.
Wenn manches an den Skizzen auf den ersten Blick eher an literarische Prosa erinnert, so ist das durchaus absichtlich, und zwar deshalb geschehen, weil die The-matik «Gebet» so stark mit Sprache verknüpft ist, daB es mir unmöglich erscheint, sie heute in einer Form, die einem breiteren Publikum zugánglich gemacht werden soll, zu behandeln, wie das sonst nur in spezialwissen-schaftlichen Untersuchungen möglich ist. Um aber zugleich auch den allzu lássigen und mitunter stark verein-fachenden Ton sogenannter «populár-wissenschaftlicher» Texte zu vermeiden, habe ich diese Form dort ge-wáhlt, wo sie mir angemessen erschien.
Der zweite, dokumentarische Teil, der ursprünglich wesentlich breiter, aber weniger differenziert angelegt war, hat nach Abfassung des Textes eine starke Verkür-zung und Aufgliederung in drei wesentliche Gruppén enthalten. Mit ihm wird versucht, über das Schema der Gebets-Kompendien hinaus einen Weg zu finden, der dem Leser hilft, das Beten nicht mehr als die Sonderbeschäftigung einiger weniger sprachlich Talentierter oder besonders dazu Geeigneter zu sehen, sondern stufenweise den Weg zum Beten, das ich als eine der elementarsten menschlichen Sprachformen ansehe, zu gewinnen.