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Kapitel 8
„Beobachten" und „gedenken"!
„Das ganze Gebot, das ich dir heute gebiete, sollt ihr be= obachten, es zu tun; auf daß ihr lebet und euch mehret und hineinkommet und das Land in Besitz nehmet, welches Jehova euren Vätern zugeschworen hat. Und du sollst gedenken des ganzen Weges, den Jehova, dein Gott, dich hat wandern lassen diese vierzig Jahre in der Wüste, um dich zu demüti= gen, um dich zu versuchen, um zu erkennen, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote beobachten würdest oder nicht" (V. 1, 2).
Es ist erfrischend und ermutigend, zurückzublicken auf den Weg, den uns die treue Hand unseres Gottes geführt hat, nachzusinnen über Seine weise und gnädige Leitung, uns ins Gedächtnis zurückzurufen, wie oft Er in so wunderbarer Weise für uns eintrat, indem Er uns bald aus dieser Verlegenheit, bald aus jener Schwierigkeit befreite, uns zu erinnern, wie oft Er uns zu Hilfe kam, wenn wir völlig ratlos dastanden, und uns einen Weg öffnete, wenn wir nicht mehr aus noch ein wußten, indem Er uns zu gleicher Zeit wegen unserer Befürch= tungen tadelte und unsere Herzen mit Lob und Dank erfüllte.
Aber hüten wir uns, diese gesegnete Herzensübung mit der Gewohnheit zu verwechseln, auf unsere Wege zurück= zublicken, auf unsere Verdienste, unsere Fortschritte und unsere Wirksamkeit, oder auf das, was w i r iiustande wa= ren, zu tun. Selbst wenn wir dabei im allgemeinen zugeben, daß nur die Gnade Gottes es war, die uns befähigen konnte, irgend etwas für Gott zu tun, so dient doch alles das nur un= serer Selbstgefälligkeit, die eine wahrhaft geistliche Gesin= nung nicht aufkommen läßt. Solch selbstsüchtige Rückblicke sind in ihrer Wirkung ebenso nachteilig, wie der stete Blick in das eigene Selbst, Überhaupt ist die Beschäftigung mit dem eigenen Ich nur verderblich und gibt, wenn man ihr nach= hängt, aller wahren Gemeinschaft den Todesstoß. Alles das.