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Emma Harte war fast achtzig Jahre ah.
Aber man sah ihr die Jahre nicht an, denn sie hatte sie immer leicht getragen. Sie selbst jedenfalls kam sich wesentlich jünger vor, als sie an diesem strahlenden Aprilmorgen des Jahres 1969 im oberen Salon von Pennistone Royal an ihrem Schreibtisch saß.
Kerzengerade hielt sie sich auf dem Stuhl, und ihren wachen grünen Augen, die klug und weise unter den runzligen Lidern hervorblickten, entging nichts. Ihr glänzendes rotgoldenes Haar war schon vor langer Zeit silbern geworden, doch sie trug es untadelig und modisch frisiert, und wie eh und je fiel der dramatische Haaransatz, das »Witwenhäubchen«, über ihrem ovalen Gesicht ins Auge. Ihre Züge waren zwar von der Zeit gekerbt und gefurcht, aber der feine Knochenbau ihres Gesichts hatte ihre Reinheit bewahrt, und ihre Haut war immer noch so durchscheinend wie in ihrer Jugend. Obwohl also ihre große Schönheit von den Jahren gezeichnet war, wirkte Emma Harte noch immer faszinierend und sah so elegant aus wie stets.
Sie hatte für den anstrengenden Arbeitstag, der vor ihr lag, ein gutsitzendes schlichtes Wollkleid in jenem Staubblau gewählt, das sie liebte und das ihr so gut stand. Der schaumigweiße Spitzenkragen an ihrem Hals verlieh ihr genau den richtigen Hauch von sanfter Weiblichkeit. Dazu trug sie diskrete Diamantohrringe. Sonst hatte sie außer einer goldenen Armbanduhr und ihren Ringen keinerlei Schmuck angelegt.
Nachdem sie im letzten Jahr eine Lungenentzündung über-
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