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An der Grenze zwischen Ost und West In der Geschichte des ungarischen Volkes und somit auch in der der ungarischen Christenheit spielte die geographische Lage stets eine bestimmende Rolle. An der Grenze zwischen Osten und Westen, unweit der europáischen Hauptschlagader in Mittel-Osteuropa, umarmt der uralte Gebirgszug der Kárpátén die beiden Flüsse Donau und TheiR. Vor mehr als tausend Jahren wurde dieses Becken zur Heimat der zu Zeiten der Völkerwanderung hierher vertriebenen ungarischen Stámme finnisch-ugrischer Abstammung. In den stürmischen Jahrhunderten nach der Begründung des Staatswesens vereinigten sich diese Stámme mit ihren pannonischen, keltischen und slawischen Schicksalsgenossen. Unser Buch will die Vergangenheit und Gegenwart der evangelischen Christen Augsburger Konfession, dieses vielgeprüften, aus vielen verschiedenen Nationalitáten bestehenden Bevölkerungsteils Die Ruinen von Aquincum, im 2. und 3. Jahrhundert, Hauptstadt der römischen Provinz Pannónia Inferior. darstellen. Wir möchten die Kámpfe und beglückenden Erfahrungen des im Karpaten-Becken heimischen Christentums all denen schildern, die den Alltag ihrer Glaubensgenossen, die in diesem Grenzgebiet leben und infolgedessen auch in einem ununterbrochenen Strom verantwortungsvoller Entscheidungen, mit offenen Augen, mit einem offenen Herzen beobachten. Pannonién - Nachbar des Barbaricums Der Apostel Paulus berichtet der römischen Gemeinde, er habe das Evangélium Christi von Jerusalem bis Illyrien" verkündet. Und der in Dalmatien geborene Kirchenvater Hieronymus schreibt über seinen Mitgefangenen, Jünger und Verwandten Andronicus, er sei auch Bischof von Pannonién" gewesen. Das einst berühmte Sirmium - das heutige jugoslawische Mitrovica - war tatsáchlich jahrhundertelang Sitz der orthodoxen und spáter der arianischen Bischöfe. Der Kirchenvater Tertullian berichtet, daK die erste vorübergehende Milderung der Verfol-