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Kapitel 1
Die Kirche ist voll, Angehörige murmeln aufgeregt, Blumenkinder zappeln herum, und neben dem Altar flüstert ein Regisseur hektisch letzte Anweisungen in sein Headset. Alle starren auf die Tür, durch die das Brautpaar kommen soll. Ich halte Tess' Hand und versuche nicht zu schwanken. Der Junggesellenabschied endete vor zwei Stunden. »Ich glaube, mir wird schlecht.« Sie schüttelt den Kopf
»Dir wird jetzt nicht schlecht«, murmelt sie, ohne den Blick von der Tür abzuwenden. »Ach so«, sage ich und schwanke eine Runde. Wir starren weiter auf die Tür, die sich nicht öffnet. Immer noch kein Brautpaar. Die Angehörigen beginnen zu tuscheln. Hat da jemand die Ringe vergessen? Kalte Füße bekommen? Eine Affäre? Tess wirft mir einen Blick zu. »Und du hast ihn rechtzeitig zu Hause abgeliefert?« »Wäre ich nicht hier, wäre er nicht da, aber ich bin ja hier, also ist er da.«
Ich schwanke eine Ehrenrunde. Diesmal ist es nicht gespielt. Verdammte Schnäpse. Aber bei einem Junggesellenabschied aufgeben, bevor der Bräutigam umkippt, das sind die Dinge, die man sich dann ewig und drei Tage anhören muss - man heiratet ja nur einmal im Leben. Hm. Das muss auch ein sehr alter Spruch sein.
Neben uns bleibt ein Kameramann an einem Kabel hängen