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ERSTES KAPITEL DER WEIZENTRÄUMER CARLETON
Von jeher war es das Schicksal der Männer, die durch ihr Träumen imd Denken der Menschheit Hunger bekämpften, namenlos und unbekarmt zu sterben. Ihre Wissenschaft ist irdisch und wurde vor zehntausend Jahren geboren, ehe es noch das Wort Wissenschaft gab; ja der Anfang reicht bis in die verborgensten Zeiten zuriick, da noch der primitive Menschenverstand die Natur bekämpfte. Die Geschichte der Bezwinger des Hxmgers hat daher in Wahrheit keinen Anfang.
Ohne jede Frage war es aber Mark Alfred Carleton, der den herrlichen Kubankaweizen aus dessen alter Heimat, der Thurgaier Steppe, über vier Millionen Morgen Landes nach dem Nordwesten Amerikas verpflanzte. Ebenso steht es außer jedem Zweifel, daß Carleton elendiglich und vergessen in einer peruanischen Seuchenhöhle starb.
Es gibt keine Uberlieferungen über den Ursprung der Wissenschaft der Weizenjäger. Niemand kennt den Namen des ersten Türken oder Juden oder Tataren, der den wilden Weizen Südwestasiens zur Kulturpflanze umschuf. Niemand weiß, wer vor abertausend Jahren den Traum hatte, den Samen dieses Steckens des Lebens aufzuspeichern, um seinen Stamm im kommenden Jahr vor Hunger zu schützen. Weshalb sollen wir da nicht diese abenteuerliche Geschichte der modernen Bezwinger des Hungers mit Mark Carleton beginnen, der mit knapper Not der Vergessenheit entging ?
Von Carleton wissen wir mit Bestimmtheit, daß seine einsamen Forschungen den zähen Charkower Weizen aus dem windgepeitschten russischen Starobolsk nach dem schwarzen, 20 Millionen Morgen messenden Erdreich der nordwestlichen amerikanischen Ebene brachte. Kurz darauf verlor er eines seiner Kinder und sein Heim, von seinen Zähnen xmd seinem Amte ganz zu schweigen. Doch darf
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