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Ein Märchenland zeigt der HB-Bildatlas Nr. 29, denn durch das »Weserbergland« führt die Deutsche Märchenstraße, die in Hanau beginnt und in Bremen endet. Im sagenumwobenen Reinhardswald steht Dornröschens Schloß, in Hameln trieb der legendäre Rattenfänger sein Spiel, in Bodenwerder spann der Freiherr von Münchhausen sein Lügengarn - das Weserbergland steckt voller Geheimnisse und Überraschungen.
Leitlinie dieser kuppenreichen Waldlandschaft ist die anmutige Weser. Durch den >Kuß< von Werra und Fulda bei Münden entsteht sie und fließt als Oberweser, windungsreich an den grünen Säumen der Höhenzüge vorbei, der Norddeutschen Tiefebene entgegen, die sie durch die Porta Westfalica betritt. An ihr reihen sich vergangenheitsstolze Städtchen, wie Karlshafen, Höxter, Hameln oder Rinteln, und verträumte Dörfer - eine richtige Großstadt aber gibt es nur am südlichen Rand des Weserberglandes: Kassel. Ein weiterer städtischer Höhepunkt ist das östliche Eingangstor, die alte Bischofsstadt Hildesheim. Dazwischen entfaltet sich überall eine regelrechte Fachwerk-Herrlichkeit und natürlich der Baustil, dem die Gegend ihren Namen gab: die Weserrenaissance. Aber vor allem dominiert hier noch unberührte Natur, die sich zwar auch dem Autofahrer, vor allem aber dem Wanderer erschließt. Reinhardswald, Solling, Vogler, Deister und so weiter: Ein Höhenzug scheint den anderen an Schönheit übertreffen zu wollen.
Die Stille der Landschaft überträgt sich auf die Menschen: Sie sind kein ausgelassener Schlag, und ihre Lebensfreude äußert sich eher verhalten. Aber das tut den Festen, die sie feiern, keinen Abbruch. Und daß die Besucher mitfeiern dürfen, das versteht sich in diesem gastfreundlichen Landstrich von selbst.