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Bilderatlas zur Kulturgeschichte 3. [antikvár]

Bilderatlas zur Kulturgeschichte 3. [antikvár]

 
Bilderatlas zur Kulturgeschichte Dritter Teil Der abendländische Kulturkreis Neuzeit 1. Barock (Tafel 1—30) 2. Rokoko (Tafel 31-39) 3. Rückkehr zur Natur (Louis XVI) (Tafel 40—48) 4. Klassizismus und Romantik (Tafel 49-62) 5. Realismus und Impressionismus (Tafel 63-76} 6. Kulturkrise (Tafel 77—100) Anmerkungen zu den Tafeln 1. Aiessandro Mattia? (1631— nach 1679): Dame als hl. Elisabeth. 1670—1680. Leinwand, 114X96,5 cm. Sammlung Lord Barrymore. (Aufnahme Hanfstaengl, München.) Die ungarische Königstochter Elisabeth...
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Bilderatlas zur Kulturgeschichte Dritter Teil Der abendländische Kulturkreis Neuzeit 1. Barock (Tafel 1—30) 2. Rokoko (Tafel 31-39) 3. Rückkehr zur Natur (Louis XVI) (Tafel 40—48) 4. Klassizismus und Romantik (Tafel 49-62) 5. Realismus und Impressionismus (Tafel 63-76} 6. Kulturkrise (Tafel 77—100) Anmerkungen zu den Tafeln 1. Aiessandro Mattia? (1631— nach 1679): Dame als hl. Elisabeth. 1670—1680. Leinwand, 114X96,5 cm. Sammlung Lord Barrymore. (Aufnahme Hanfstaengl, München.) Die ungarische Königstochter Elisabeth (1207—1231), die sich als zwanzigjährige Witwe des Landgrafen von Thüringen in christiicher Hingabe en Arme, Kranice und Verlassene aufopferte, Spitäler und Walsenhäuser stiftete und, nach der Legende, blinde Kinder durch Handauflegen heilte, wurde 1235 heilig gesprochen. Mit den Attributen dieser jugendlichen Heiilgen läßt sich die vornehme Junge Dame porträtleren: Krone und Szepter trägt sie zum Zeichen ihres fürstlichen Standes, und in der Rechten zeigt sie eine Münze als Sinnbild ihrer Mildtätigkeit. Im Hintergrund sieht man die Empfänger ihrer Almosen: eine arme Frau mit zwei Kindern und einen Invaliden. Da der Protestantismus die guten Werke als Mittel zur Rechtfertigung bestritt, wurden sie von der Gegenreformation umso eifriger verteidigt. Alle neugegründeten Orden widmeten sich karitativer Tätigkeit, die Heiilgen dieser Zeit wirkten durch ihr opfermutiges Leben als Vorbilder, und die Kunst des Barocks rief In unzähligen Darstellungen die Gläubigen dazu auf, sich den Himmel durch gute Werke zu verdienen. 2. Filippo 3uvara (1678—1736): Superga bei Turin. 1717—1731. (Aufnahme Alinari.) Grundriß aus Klopfer, Von Palladio bis Schinkel. Die Superga Ist eine nach hinten unvollendet gebliebene Klosteranlage, die Viktor Amadeus II. von Savoyen zum Andenken an den Sieg stiftete, durch den Im spanischen Erbfolgekrieg 1706 Prinz Eugen nicht nur Turin entsetzte, sondern auch sein Land von den Franzosen ganz befreite. Sie war von 1730—1849 Grabkirche der savoylschen Dynastie. Der Barockbau repräsentiert: als Kirche oder Kioster die allgültige Macht eines Glaubens, als Schloß die absolute Macht der Monarchie. In der großzügigen Planmäßigkeit wirkt er wie ein Sinnbild der zentralisierten Hierarchie dieser Potenzen. Der Bau ist Im Grundriß symmetrisch auf eine Mittelachse ausgerichtet, in dieser liegt ein Haupt räum, dem sich andere Räume anglledern und unterordnen. Diese Raumgruppe — bei der Superga der Zentralbau der Kirche — dominiert Ihrerseits über die andern Trakte des Gesamtbaus, wie dieser selbst wiederum seine Umgebung, einen Platz, Park oder Stadtteil, beherrscht. Auch der Aufriß zeigt diese Zentrierung: der runde Hauptraum wölbt sich mit der Kuppel über alles empor und stößt aus dem Rechteck der Anlage vor. Auf ihn sind die andern Teile der Fassade bezogen: mit seiner geballten Baumasse kontrastleren die schlanke, luftige Säulenhalle und die beiden aufgelockerten Glockentürme, die die Fassadflügel bekrönen. Aber der Barock liebt den spannungsreichen Gegensatz nicht nur in der Form, sondern auch in der räumlichen Anordnung der Baukörper: So ist die Fassade nicht mehr ein einheitliches Flächengebilde wie In der Renaissance. Sie wird gebrochen, eingebuchtet oder vorgeschwellt. Aus der Front der Superga prallt der Mittelbau mehr als halbrund vor und reckt uns als Eingang noch eine mächtige Vorhalle entgegen. Diese Tiefen- wirkung, die Freude am Vor und Zurück, finden wir auch in der Wandgestaltung. Die barocke Großräumigkeit bedingt eine Steigerung der stützenden und getragenen Bauglleder: die Säulen werden gekuppelt, die Pilaster gebündelt oder beide kombiniert, das Gebälk und Gesims wird verbreitert und vielfach und stark profiliert. So treten diese Teile aus der Mauer plastisch heraus, und die von ihnen eingerahmten Wandfelder werden umgekehrt mit Fen-

Termékadatok

Cím: Bilderatlas zur Kulturgeschichte 3. [antikvár]
Kiadó: Verlag H. R. Sauerländer & Co.
Kötés: Félvászon
Méret: 240 mm x 320 mm
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