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EINFÜHRUNG
Das Museum des Schlosses Weesenstein bei Dresden wurde vom Institut für Denkmalpflege Dresden mit der Aufgabe betraut, heimatlos gewordene oder gefährdete Wandbildtapeten aufzunehmen. Die restauratorische Arbeit an denTapeten gab die Anregung zu unserer Publikation, Dieser Band kann nur einige Bildtapeten zeigen, die uns aus der reichen Produktion der letzten 250 Jahre erhalten geblieben sind.
In Frankreich werden die Wandbildtapeten „papier panoramique" genannt, weil sie in der Tat nicht, wie wir es heute gewohnt sind, ein Muster wiederholen, sondern ein Panorama von vielfältigen, farbig gestaffelten, immer neuen und überraschenden Szenen bieten. Mit der Wandbildtapete hat die Tapetenherstellung im Handdruckverfahren ihren Höhepunkt erreicht. Als Vorbild dienten ihrdie im16. und 17. Jahrhundert in Europa auftauchenden chinesischen Rollbilder und Tapeten, deren Einfluß auf die Tapetenkunst unzweifelhaft ist. Die chinesische Tapete besitzt einen anderen Ursprung als die europäische Wandbild-fapete. Sie ist aus der Malerei entwachsen, während die europäische Papiertapete von der Druckkunst, vom Holzschnitt aus ihren Weg nahm. Die Hand des Holzschneiders und die Eigenart des Holzmodeldruckes sind bei starker Vergrößerung der Details in einigen Beispielen deutlich erkennbar.
In den verschiedensten Formen hat die Tapete den Menschen bereits mehrere tausend Jahre begleitet. Immer war sie dazu da zu isolieren und zu schmücken, wobei wir nicht wissen, welches Bedürfnis zuerst auftrat oder überwog, Material und Machart waren nach der Landschaft und den Fähigkeiten der Handwerker verschieden, Häute, Binsen, Bast, später gewebte Tücher, Leder, Seidenwebereien, Teppiche, die chinesische Papierrolle bis zur Papiertapete sind Stationen der weltweiten Entwicklung.