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Noch vor einigen Jahrzehnten wurde die Biologie, die Lehre vom Leben, durch ihre klassischen Disziplinen, die Botanik und die Zoologie, reprásentiert. Im Mittelpunkt des Interesses stand das System der Pflanzen und Tiere; vergleichend anatomische, histologische und embryologische Untersuchungen waren Schwerpunkte biologischer Forschung. Auch die physiologische Analyse der Lebenserscheinungen beruhte weitgehend auf unmittelbarer Wahrnehmung. Mit der vergleichend historischen Methode habén die Biologen wáhrend einer langen Periode der...
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Noch vor einigen Jahrzehnten wurde die Biologie, die Lehre vom Leben, durch ihre klassischen Disziplinen, die Botanik und die Zoologie, reprásentiert. Im Mittelpunkt des Interesses stand das System der Pflanzen und Tiere; vergleichend anatomische, histologische und embryologische Untersuchungen waren Schwerpunkte biologischer Forschung. Auch die physiologische Analyse der Lebenserscheinungen beruhte weitgehend auf unmittelbarer Wahrnehmung. Mit der vergleichend historischen Methode habén die Biologen wáhrend einer langen Periode der Tatsachensammlung wesentliche Zusammenhánge in der lebenden Natúr aufgedeckt und als GesetzmáÖigkeit formuliert, ehe innerhalb weniger Jahre in fruchtbarer Zusammenarbeit mit Physikern, Chemikern und MatÍTematikern der VorstoB in die molekularen Bereiche der Lebensvorgánge gelang und durch die Anwendung physikalischer und chemischer Methoden im biologischen Experiment die Kenntnis von der Organisation des Lebens bis zu den kleinsten, nur mit Hilfe des Elektronenmikroskops zu fassenden Koraponenten der Zelle vordrang. Seitdem hat die Biologie einen auBergewöhnlich raschen Aufschwung genommen. Physikalisch-chemische, insbesondere biochemische Untersuchungen an Viren und Bakterien erbrachten den Nachweis, daB Nukleinsáuren die chemischen Tráger der Erbinformation sind und die Lebenstátigkeit der Zellen, ihr Stoffwechsel, an spezifische EiweiBkomplexe gebunden ist. Möglichkeiten, in diese Prozesse einzugreifen, sie gezielt zu lenken und die gewonnenen Ergebnisse auf höhere Lebewesen zu übertragen, zeichnen sich ab. Ein Vergleich des gegenwártigen Entwicklungsstandes in der Biologie mit der Revolution der modernen Physikliegtnahe,umso mehr, als sich der Anwendungsbereich biologischer Erkenntnisse standig erweitert. So ist die Gesunderhaltung des Menschen bereits zu einer Aufgabe geworden, die von der Medizin alléin nicht mehr gelöst werden kann. Arbeitsgebiete der Medizin, wie die Herz- und Kreislaufforschung, die Hirnforschung und Krebsforschung, kommen ohne das Eingreifen des Biologen, der sich um die Aufklárung der physiologischen Prozesse in den Zellen, Geweben und Organen bemüht, der die Leistungsgrenzen des Menschen und seine Anpassungsfáhigkeit an die Umweltbedingungen mit exakten physiologischen Methoden prüft, nicht mehr aus. Im Hinblick auf den arbeitenden Menschen und seine Umweít erhalten aber auch taxonomische, morphologische und ökologische Arbeitsrichtungen in der Botanik und Zoologie neue und erweiterte Aufgaben. Die Erzielung nachhaltig ertragreicher Böden, die Erhöhung der Produktivitát land- und forstwirtschaftlicher sowie industriell genutzter Pflanzen, die Einführung einer wissenschaftlich begründeten Tierhaltung, die Schaffung von Futterpflanzen mit hoher biologischer EiweiBwertigkeit und die Zucht qualitativ hochwertiger Gemüse- und Obstsorten in ausreichender Menge sind letztlich MaBnahmen, denen für die Gesunderhaltung und Leistungsfáhigkeit des modernen Menschen, für die Umgestaltung und Erweiterung seines Lebensraumes weitreichende Bedeutung zukommt. Táglich dringt die Biologie tiefer in das gesellschaftliche Leben ein. Die Entwicklung dieser Wissenschaft in ihrem aktuellen Wortgut einzufangen und einem breiten Leserkreis verstándlich zu machen, ist Absicht des vorliegenden Brockhaus ABC Biologie. Die alphabetisch geordneten Artikel vermitteln grundlegende Kenntnisse über die einzelnen Gebiete der Biologie, wobei die allgemeinen Disziplinen, die Fragen der Evolution, die Morphologie und die Physiologie wie auch die Ökologie bewuBt in den Vordergrund gestellt sind, wáhrend für die Taxonomie wesentliche Beschránkungen unerláBlich waren. Weitgehend vollstándig berücksichtigt sind die höheren taxonomen Einheiten; Familien, Gattungen und Arten wurden nur gebracht, sofern sie als Nutzpflanzen und Nutztiere oder wegen biologischer Besonderheiten in Körperbau und Funktion von besonderem Interesse sind. Vom Umfang her kann dieses Lexikon nur eine Einführung in die biologischen Wissenschaften sein. Es will in erster Linie der fachlichen Qualifizierung und allgemeinen Weiterbildung all derer dienen, die sich in oder neben ihrem Beruf mit biologischen Fragen bescháftigen, versucht aber auch den Ansprüchen der Fachleute an ein solches Werk weitgehend gerecht zu werden. Für alle Hinweise, Ergánzungen und sonstigen Anregungen ist der Verlag jederzeit dankbar. Herausgeber und Verlag möchten schlieBlich allén danken, die an der Erarbeitung des Brockhaus ABC Biologie beteiligt waren und zu seiner Vollendung beigetragen habén. AuBer den im Mitarbeiterverzeichnis genannten Autoren gilt unser besonderer Dank jenen Wissenschaftlern aus Akademie- und Hochschulinstituten, die durch die Gewinnung ihrer Arbeitskollektive oder mit ihrem Rat an der Drucklegung dieses Buches hervorragenden Anteil habén. VEB F. A. BROCKHAUS VERLAG

Termékadatok

Cím: Biologie [antikvár]
Kiadó: VEB F. A Brockhaus Verlag
Kötés: Fűzött keménykötés
Méret: 170 mm x 240 mm
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