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VORWORT
Eine helldunkle Gestalt, gerüstet aus der Dämmerung aufglänzend: Rembrandts Gesichten ähnlich ist Bismarck, und so soll er dargestellt werden. Haß der Parteien hat ihn seit achtzig Jahren umblitzt; zu Lebzeiten wenig geliebt, weil er wenig liebte, nach dem Tode zum Standbild verurteilt, weil sein Inneres schwer zugänglich geblieben, so ist er ein steinerner Roland geworden unter den Deutschen.
Das Büdnis eines siegenden und irrenden Kämpfers zu geben, ist Aufgabe dieses Buches. Hier wird Bismarck dargestellt als ein Charakter, erfüllt von Stolz, Mut und Haß, den Grundelementen, aus denen seine Taten folgen. Heute, da ein Teil der Nation ihn einseitig feiert, ein andrer ihn verurteilt, sollte man der Geschichte seiner Seele auf den Grund gehen; da Bismarck als Person den Deutschen zum Schicksal wurde, muß die Nation den Charakter dieses Mannes erkennen, wie er war, nicht wie ihn Anbetung und Haß entstellten.
Der historische Mensch ist immer organischer als sein System und komplizierter als sein Denkmal. Anstatt auf akademische Manier die Darstellung durch Noten zu beschweren, gilt es in unserer Epoche, öffentliche Charaktere als Vorbild und Warnung jedermann plastisch zu machen. Mensch und Politiker sind untrennbar, Gefühle und Taten bedingen einander, privates und öffentliches Leben laufen gleichzeitig ab: ein Ganzes aus den Resultaten des Forschers zu gestalten, ist Aufgabe des Künstlers,
Bismarcks innere Entwicklung ist mit Anfang Dreißig ziemlich abgeschlossen, bis dahin hat er anderthalb Jahr-