Bővebb ismertető
Die junge, schöne Frau schlief tief in ihrem Baldachinbett, dessen Spitzenvorhánge zugezogen waren, und erholte sich von der Geburt. Ein leises Lacheln huschte über ihr Gesicht, das von kastanienroten Haaren eingerahmt war. In der Wiege aus reichgeschnitztem Holz neben ihr schlief das Kind, das immer noch unsichtbar durch die Nabelschnur mit der Mutter verbunden war. In dem grófién, steinernen Kamin brannte Eichenholz und warf rötliches Licht auf die Wandbehánge, die das Zimmer schmückten. Draufien tobte ein Schneesturm durch die Nacht zum 1. April 1509. In den ármlichen Híitten des kleinen Dorfes feierten Bauern und Leibeigene bei Kerzenlicht fröhlich das neue Jahr, das trotz des für die Jahreszeit viel zu kalten Wetters so glücklich begonnen hatte. Auf Schlofi Saint-Savin war das erste Kind zur Welt gekommen, und man war sich sicher, dafi dieses Ereignis gebührend gefeiert werden würde! Vom Kirchturm schlug es ein Uhr. Der Hufschlag der Pferde, die über die alte Zugbrücke stürmten, drang bis zum Zimmer im Tour des Trois Colombes, in dem die junge Frau sich erholte. Sie bewegte sich im Schlaf, bevor sie ihre Augen aufschlug, die ebenso grün waren wie das Medaillon, das sie am Hals trug; ein seltenes, kostbares Juwel aus Smaragd, von dem sie sich nie trennte. Der mittlere Stein, so grófi wie eine Nufi, wurde von einer Schlange mit einem menschlichen Kopf umschlungen; das Medaillon war an einer Kette aus feinstem Gold befestigt. Roger ..., flüsterte das schöne Wesen und láchelte glücklich. Sie war zwanzig Jahre alt, hatte den schönsten Mann am Hof geheiratet, und das Kind, das in dieser Nacht das Licht der Welt erblickt hatte, würde sicher kein Einzelkind bleiben. Die Reiter schlugen die Strafie nach Blois ein. Wie eine schnurrende Katze streckte sich die Frau in ihrem weichen Bett aus. Sie wufite, dafi Roger und dessen treuer Knappé La Douceur trotz der spáten Stunde das Schlofi verlassen hatten, um der königlichen Familie die Geburt des Kindes anzuzei-