Bővebb ismertető
EinführungDie Literatur über die Geschichte des europäischen Textildrucl^s einschließlich des Blaudrucks könnte eine ganze Bibliothek füllen, gar nicht zu reden von den Fachbüchern des 18. und 19. Jahrhunderts, die Verfahren, Werkstätten und Farbstoffe der Färber und Zeugdrucker beschreiben, um das berufliche Wissen zu vermitteln. Dieses starke Interesse ist verständlich und nur zu natürlich, denn es handelt sich um einen grundlegenden Gewerbezweig, der die Bedürfnisse der täglichen Bekleidung befriedigte und den bedingt durch seine Kunst, seine streng gehüteten Rezepte und Verfahren dennoch jahrhundertelang etwas Geheimnisvolles umgab. Das Jahrtausende zurückreichende Mustergut des Zeugdrucks und die Kunst des Formenschneidens haben sowohl Künstler wie Textilforscher ungewöhnlich angezogen. Vor allem ist R. Forrer zu nennen, der Ende des vorigen Jahrhunderts in zwei umfassenden Werken die Geschichte des Zeugdrucks unter besonderer Berücksichtigung Europas systematisierte. ^ Wir erfahren aus seinen Arbeiten, daß die Musterung und das Buntfärben von Textilien in Indien, China und Ägypten schon seit Jahrtausenden bekannt sind und daß sich diese Technik dann nach den römischen Eroberungen durch den Handel auch im Mittelmeerraum zunehmend verbreitet hat. Diesbezügliche Hinweise finden sich auch in den Werken der Geschichtsschreiber des Altertums. Für Forrer steht außer Zweifel, daß der uns umittelbar interessierende Blaudruck, der Textildruck nach dem Reserveverfahren, aus Indien stammt. Derartige Erzeugnisse gelangten teils auf dem Landwege in den östlichen Mittelmeerraum zum Beispiel mit Karawanen durch Ägypten entlang der Küste Nordafrikas , teils kamen sie auf dem Seewege nach Südeuropa. Es gibt auch die auf reichem Beweismaterial fußende Ansicht, daß dieses neue Textildruck-verfahren durch türkische Vermittlung im 16. Jahrhundert über Anatolien nach Europa eingeführt wurde.^ Beide Vermutungen sind akzeptabel denn der Handel hat sich im Mittelalter nicht auf einem einzigen Wege abgewickelt und lassen sich durch Beobachtungen von Reisenden, authentische Angaben und Dokumente untermauern.Am ehesten möchten wir trotzdem A. Bolliger zustimmen, der die weite Verbreitung des neuen Verfahrens, das auf dem europäischen Markt im 17. Jahrhundert eine große Konkurrenz hervorrief, dem Aufschwung der Seefahrt im 16. und 17. Jahrhundert, der Ausweitung des Handels mit Indien und den Mengen an Textilien zuschreibt, die in regelrechten SchifFskonvois herangebracht wurden. Siamesische Gesandte machten 1680 dem französischen König Ludwig XIV. zum erstenmal farbig gemusterte orientalische Stoffe zum Geschenk, die am Hofe sogleich Mode wurden. Damit trat diese wunderbare Ware des Morgenlandes ihren Eroberungszug an. Sie ließ sich auch nicht durch die strengsten königlichen Erlasse aufhalten, obgleich auf englischem, französischem und deutschem Territorium denjenigen, die das Einfuhrverbot übertraten, die Todesstrafe drohte. In den holländischen Häfen löschten die Schiffe ohne Unterbrechung Indigo, indische Baum-wollkattune und gemusterte orientalische Stoffe.In Frankreich gründete man eine Indien-Gesellschaft (Compagnie des Indes)