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VORWORT
»Blick zurück im Zorn« hat viele schockiert und verärgert. Andere hingegen waren begeistert und warfen »ihre Hüte in die Luft«. Manche fanden, es wäre langweilig, in einer Welt zu leben, in der es keine Moral mehr gebe; wieder andere zeigten sich gerade von der Moral des Stückes tief beeindruckt. Ich war natürlich hoch erfreut. Kann ein Bühnenschriftsteller mehr verlangen? Zornig werden, heißt, beteiligt sein, und da wir von Teilnahmslosigkeit, pedan-dscher Gleichgültigkeit und einem allgemein herrsdienden Zustand der Drückebergerei umgeben sind, kann es nichts schaden, wenn man ein paar Leute dazu bringt, sidi geräuschvoll von ihren Parkettsitzen zu erheben und das Theater zu verlassen. Jeder Künstler muß darauf gefaßt sein, mißverstanden zu werden. Für ihn selbst ist es, weiß Gott, schon schwierig genug, sein eigenes Werk zu verstehen. Er darf sich deshalb auch nicht wundern, wenn mandae überraschend, ja sogar phantastisch darauf reagieren. Wir leiden bedauerlicherweise noch immer an einem Ibsen-Kater, der zur Folge hat, daß jeder wie besessen nadi einer »Botschaft« sucht. Zu viele Besucher lassen beim Betreten des Theaters ihre emotionale Empfangsbereitschaft mitsamt der Bonbontüte in der Tasche versdiwinden, damit man das Knistern nicht hört und Störungen vermieden werden. Wenn es ein ernstes Stück ist, so sitzen sie unaufmerksam da und warten auf den Werbetext. »Alles gut und schön, aber was haben Sie zu verkaufen?« Auch in diesem Stüdi gibt es Werbetexte, mehrere sogar — manche sind mir selbst vielleicht gar nicht bewußt gewesen. Jeder wird darauf so antworten, wie es seinem Wesen entspricht, aber in erster Linie ist dies ein Stück, das von Menschen handelt. Wenn ein Stück nicht von Menschen handelt, die als solche erkennbar sind, so taugt es nichts und gehört nicht auf die Bühne. Der Zuschauer muß selber die sozialen, moralisdien und politischen Schlußfolgerungen ziehen.
Idi möchte jetzt ein paar Worte über die Figuren in diesem Stück sagen, zunächst über Jimmy Porter. Lassen Sie sich