Bővebb ismertető
Die Böden Mitteleuropas, die oft schon mehr als ein Jahrtausend agrarisch genutzt werden, erfuhren mehrfach Einwirkungen, die ihre Produktivitát beeinfluBt habén. Die erste wesentliche Veránderung wurde durch die Umwandlung der ursprünglichen Pflanzendecke des Waldes bzw. der Waldsteppe verursacht, was dann die Bodenzerstörung in einem gesteigerten AusmaB förderte. Gleichzeitig entstanden Stádte, StraBen, Kanálé zumeist in Gebieten mit fruchtbarem Boden, spáter auch industrielle Anlagen. Der Zuwachs der Bevölkerung erforderte eine stándige Erhöhung der Agrarproduktion, und diese Menge muBte dann auch auf Böden geringerer Qualitát produziert werden. Dies war nur durch eine Erhöhung der Intensitát der Bodenbewirtschaftung zu erreichen. Diese verháltnismáBig langsam verlaufenden Veránderungen gewáhrten jedoch noch eine Möglichkeit zu einer Aufrechterhaltung des Gleichgewichtes zwischen den Umweltfaktoren. Eine zweite, sich jedoch sprunghaft vollziehende Veránderung trat in der ersten Hálfte des 20. Jahrhunderts als Folgeerscheinung der gesteigerten Industrialisierung sowie der raschen Entwicklung der Chemie- und Maschinenbauindustrie auf. Die aus dem Agrarsektor in die Industrie abwandernden Arbeitskráfte konnten nur durch Mechanisierung der Produktionsvorgánge, durch Anwendung von Mineraldüngern und Herbiziden ersetzt werden. Als Folge der Ánderung des Charakters der Agrarproduktion erleidet der Boden einerseits physikalische und chemische Belastungen, die in der Vergangenheit unbekannt waren, andererseits hat sich auch die Lebensform der Bevölkerung geándert; von Wohnsiedlungen und Industrieanlagen treten Stoffe aus, die direkt oder indirekt auf und in die Böden gelangen und deren ursprünglichen Zustand verándern. Im folgenden werden diese Wirkungen nach vier Problemkategorien gegliedert: Bodenverdichtung, Bodenerosion, Bodenversauerung und Bodenkontamination. Die Bodenverdichtung ist eine Folge des Druckes der Landmaschinen und Transportfahrzeuge. Sie kann durch die Zunahme des Volumengewichtes des Bodens oder, was gleichbedeutend ist, durch die Verschlechterung der Porositátsverháltnisse nachgewiesen werden. Diese Ánderungen zeigen sich heute schon an vielen Stellen bis zu 50 cm Tiefe. Wáhrend zur Zeit der Bodenbearbeitung durch von Pferden gezogene Pflüge die Bodenverdichtung nur die Sohle der Ackerkrume in 5 bis 8 cm Tiefe berührte, und selbst diese Veránderung nur 0,1 bis 0,2 g/cm3 betrug, hat sich diese Wirkung seit Anwendung der groBen und schweren Maschinen auf ein Vielfaches erhöht. Da die Maschinen binnen einer Vegetationsperiode den Boden ungefáhr ein dutzendmal belasten, akkumuliert sich ihre Wirkung, und der Boden wird in vielen Fállen um 0,5 bis 0,6 g/cm3 dichter als er in natürlichem Zustand war.