Bővebb ismertető
Vorwort zur ersten Aullage.
Alle Erscheinungen in der Natur lassen sich auf Energievorgänge zurückführen, welche sich in verschieden langer Zeit vollziehen. Die verschiedenen Arten dieser Energievorgänge behandelt die Physik und die Chemie — zwei Wissenschaften, welche somit als die Grundlage aller übrigen Naturwissenschaften betrachtet werden müssen. Auf ihnen bauen sich demnach die anderen Naturwissenschaften auf. Die Geologie z. B. betrachtet die physikalischen und chemischen Gesetzmäßigkeiten in ihrer Einwirkung auf die Erdrinde und so hier u. a die Entstehung des Bodens. Die Botanik und insonderheit der für den Land- und Forstwirt wesentlichste Teil derselben, die Pflanzenphysiologie, untersucht die chemischen und physikalischen Bedingungen, unter denen die Pflanzen wachsen, und so von diesem Gesichtspunkte aus die physikalische und chemische Beschaffenheit des Bodens. — Man hat bislang fast stets diese pflanzenphysiologische Bodenkunde von der geologischen in direkte Abhängigkeit zu bringen versucht, ohne sich klar zu machen, daß das Bindeglied zwischen beiden, das einzig Gemeinsame der beiden Wissenschaften, die Grundwissenschaften, Physik und Chemie, sind. Wohl ist die Beschaffenheit verschiedener Bodenarten je nach ihrer Entstehung physikalisch und chemisch verschieden, wohl können die Unterschiede, welche auf die geologische Abstammung eines Bodens zurückzuführen sind, auch pflanzenphysiologisch als Unterschiede zu bezeichnen sein, trotzdem müssen wir beides scharf trennen, denn es ist für unsere Kulturpflanzen ganz gleichgültig, wie der Boden, auf dem sie wachsen, einst geologisch entstand; das Oedeihen der Pflanzen mrd sich stets danach richten müssen^ wie der Boden momentan physikalisch und chemisch beschaffen ist. — Dadurch nun, daß man bislang fast stets die direkten Beziehungen zwischen den Pflanzenerträgen eines Bodens und seiner geologischen Entstehung aufsuchte, und die physikalische und chemische Beschaffenheit des Bodens, welche die Grundlage jeder pflanzenphysiologisohen Bodenkunde bilden muß, mehr oder weniger vernachlässigte, kam diese Wissenschaft in ein Stadium, in welchem eine Weiterentwicklung nicht mehr möglich war. Es unterliegt keinem Zweifel, daß viele Forscher, selbst solche, welche wohl den geologischen Aufbau des Bodens als fast allein maßgebend für den pflanzen physiologischen Wert desselben ansahen, dies ahnten und auch teilweise erkannten jedoch hat es bis heute
U. a. sagt Albert Orth, Die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Bodenkunde; Landw. Vers.-Stat. Bd. XX, S. 65: „Eine gewisse Vielgestaltigkeit der oberen Bodenbildung kommt auch bei gleicher geologischer Grundlage vor."
Vorwort zur dritten Auflage.
Obwohl mir wiederholt nahegelegt wurde, auch dem geologischen Aufbau des Bodens in dem vorliegenden Werke einige Abschnitte zu widmen, habe ich mich gemäß dem Vorworte zur ersten Auflage nicht hierzu entschließen können! — Wollte das vorhegende Buch die Bodenkunde als „Grundwissenschaft" behandeln, so wäre die Besprechung dieser Grundlagen selbstverständlich nicht zu umgehen. Die Bodenkunde als Grundwissenschaft behandelt aber in ganz ausgezeichneter Weise B. Ramann (Verlag von Mius Springer, Berhn, 3. Aufl. 1911) in einem Werke, von dem das vorliegende keinen Auszug, sondern für das es eine Ergänzung bilden soll, insofern es seinerseits sich die Aufgabe stellte, der Bodenkunde als ,,angewandter Wissenschaft" gerecht zu werden.
Von diesem Standpunkte aus, vom Standpunkte des Pflanzenphysiologen, des Land- und Forstwirtes, möchte ich das vorliegende Werk auch in seiner neuen Auflage betrachtet wissen, welche hier und dort gegen die zweite Auflage wieder der neueren Forschung entsprechende Ergänzungen und Abänderungen erfahren mußte.
Im praktischen Teile versuchte ich auch durch Einschaltung besonderer Abschnitte der Forstwissenschaft gerechter zu werden.
Königsberg i. Pr., im März 1920.
Vorwort zur vierten Auflage.
Grundlegende Veränderungen hat das vorliegende Buch in seiner vierten Auflage nicht erfahren. Ich habe mich nur bemüht, den neueren Forschungen und Erkenntnissen auf dem Gebiete der pflanzenphysiologischen Bodenkunde in ihm gerecht zu werden.
Möchte diese Auflage so im alten Gewände die gleiche freundliche Aufnahme finden wie ihre Vorgängerin.
Königsberg i. Pr., im Januar 1923.
Eilh. Alfred Mltseherlich.