Bővebb ismertető
Sandro Filipepi, florentinischer Maler
Als jüngster von vier Söhnen wird Alessandro Filipepi in Florenz von den Eltern IVlariano und Smeralda geboren, die in der via Nuova, der heutigen via del Por-cellana, im volkstümlichen Viertel Santa Maria No-vella, nicht weit vom Arno entfernt, wohnten. Wie viele Bewohner des Bezirks, begünstigt durch die Nähe des Flußwassers und den Bach Mugnone, der in der Nähe von Prato d'Ognissanti in den Arno mündet, übte sein Vater das Handwerk des Gerbers aus. Die ersten Angaben über sein Leben erfahren wir, wie auch die vieler anderer florentinischer Künstler, aus den sogenannten « Katastereintragungen » oder durch regelrechte Einkommenserklärungen, die von den Familienvorständen gemäß einem Erlaß der Republik aus dem )ahr 1427 gemacht werden mußten. In einer dieser Erklärungen aus dem Jahr 1458 führt Mariano Filipepi seine vier Söhne Giovanni, Antonio, Simone und den damals dreizehnjährigen Sandro an und fügt hinzu, dass letzterer « ständig liest und nicht gesund ist », ein Satz, dem man schon den introvertierten Charakter des lünglings, vielleicht von einer kränklichen Kindheit herrührend, entnehmen kann, und der mit
Sicherheit den melancholischen und vertieften Stil vieler seiner Bilder mit beeinflussen wird. Um 1464 tritt der Jüngling in die Werkstatt des Fra' Filippo Lippi ein, die er 1467 mit 22 Jahren verläßt. Seine ersten Werke finden sich vielleicht unter den letzten Fresken, die von dem Karmeliter Lippi und seinen Schülern im Dom von Prato ausgeführt wurden. 1469 arbeitet er schon allein, da ihn eine « Katastereintragung » Marianos als zu Hause arbeitend erklärt. Die Beschäftigung der vier Söhne (Giovanni ist Vermittler, eine Tätigkeit die heute der eines Staatsbeamten entspricht; sein Spitzname « Botticella » geht später auf seinen berühmteren Verwandten über) erlaubt der Familie Filipepi einen gewissen Wohlstand: sie besitzt Häuser, Ländereien, Weinberge und Läden. Am 9. Oktober dieses Jahres stirbt der Meister Filippo in Spoleto; schon im folgenden Jahr läßt sich Sandro in einer eigenen Werkstatt nieder und führt zwischen dem 18. Juni und 18. August 1470 ein äußerst beachtenswertes Werk von starkem Wiederhall aus: die Tafel mit der Tugend der Stärke für das Handelsgericht, eine der wichtigsten städtischen Eindichtungen.
Selbstbildnis (Detail aus der Anbetung der Könige).
Florenz, UfEzien.
Der Künstler porträtierte sich selbst in dieser zugleich stolzen und melancholischen Haltung, die den introvertierten und nachdenklichen Charakter hervorhebt. Diese berühmte Tafel wurde zwischen 1475 und !478 für den Hankier
Caspare di Zanobi Lami ausgeführt.