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I N L E I T U Neit dem Altertum gilt Indien dem Abendlande als ein Land der Geheimnisse und Wunder und als die Heimat mystischer Religiosität. Als 'Alexander der Große 326 vor Chr. durch Nordindien zog, hörte er in Taxila (Takshashilä im Panjäb) von indischen Weisen, die ein bedürfnisloses, asketisches Leben führten und beim Volke Meegen ihres Wissens und ihrer übernatürlichen Kräfte in hohem Ansehen standen. Um Näheres über sie zu erfahren, sandte er einen seiner Offiziere, Onesikritos, einen Schüler des kynischen Philosophen Diogenes, zu ihnen, der sich mit ihnen durch einen Dolmetscher unterhielt. Der Herrscher von Takshashilä veranlaßte einen dieser Philosophen, seinen weltabgevv^andten Wandel aufzugeben und in der Umgebung des Mazedonierkönigs zu leben. Dieser Mann, den die griechischen Schriftsteller Kalanos nennen, weil er seine Landsleute mit dem Sanskritworte kalyäna" (Heil) zu begrüßen pflegte, war eine der eigenartigsten Gestalten am Hoflager des Eroberers. Der fürstliche Glanz, in dem er sich sonnen durfte, scheint ihn jedoch auf die Dauer nicht seinen Grundsätzen entfremdet zu haben; denn in Persien überraschte er Alexander plötzlich mit dem Entschluß, aus dem Leben zu scheiden. Dem König gelang es nicht, ihn von diesem Vorhaben abzubringen; er ließ daher für ihn einen Scheiterhaufen errichten. Kalanos wurde mit großem Gepränge zu diesem geführt und bestieg ihn, mit Blumen ge-