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Halm stand vor dem Spiegel im Bad, hatte das Rasieren hinter sich, konnte aber nicht aufhören, sein Gesicht mit einer unauflösbaren Mischurtg aus Mißgunst und Genuß zu betrachten. Halm wachte auch in den Ferien auf, als müsse er in die Schule, aber nachdem er aufgestanden war, tat es ihm gut, jede Bewegung ein bißchen verkommen lassen zu dürfen. Als der Anruf aus Kalifornien kam, war es kurz nach acht. An einem Schultag hätte ihn dieser Anrufer nicht mehr erreicht. Er hatte annehmen können, ein Anruf kurz nach acht komme aus Sabines Verwandtschaft. Ihre Mutter war vor drei Tagen ins Krankenhaus eingeliefert worden, gestern hatte man sie operiert. Uberhaupt galten neun von zehn Anrufen Sabine. Als die Kinder noch im Haus gewesen waren, hatte so gut wie kein Anruf ihm gegolten. Er hörte es sofort an Sabines Stimme, daß das eiri Anruf besonderer Art war. Sie sprach nicht, sie rief. Sie rief, daß sie ihren Mann holen werde. Die gar nicht so ferne Stimme — Sabine hatte einfach gerufen, weil Kalifornien so weit weg ist - gehörte Rainer Mersjohann. Halm sah ihn sofort vor sich. In Tübingen. In mehr als einer Situation. Rainer Mersjohann war ein Riese. Aber nicht grob. Ein feiner Riese sozusagen. Die Hände, die er immer so anhob, schon fast pfarrerhaft. Rainer Mersjohann war immer nicht ganz von dieser Welt gewesen. Auf eine einschüchternde Art. Und das kann er gewußt, vielleicht sogar beabsichtigt haben. Halm hatte den sozusagen verehrt. Und die Verehrung hatte der sich gefallen lassen, der blonde riesige feine Mersjohann aus Münster. Wie spät es bei ihm sei, fragte Mersjohann, in Oakland sei es kurz nach elf, nachts. Er rufe an, weil ihm gerade einer ausgestiegen sei, ein junger Kerl aus Austin, Texas. Der hätte am 26. August in Oakland, Kalifornien, anfangen müssen, sei deshalb in der vergangenen Woche da gewesen, um sich hier einzurichten; er habe den am Samstag mitgenommen zu einer Skatpartie, am nächsten Tag sei