Bővebb ismertető
Land und LeuteBrasilien, der fünftgrößte Staat der Erde, umfaßt in seinen Grenzen nahezu die Hälfte des südamerikanischen Subkontinents. Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser für einen Mitteleuropäer schwer nachzuvollziehenden Größe sind die Vorstellungen von diesem in exotischer Ferne liegenden Land nicht sehr differenziert, sondern werden von einzelnen Schlaglichtern wie Rio de Janeiro" oder Amazonas" geleitet.Rio, diese Stadt steht geradezu sinnbildlich für Brasilien, für Land und Leute. Karneval, Copacabana und Zuckerhut sind die Stichworte, bilden die sonnenbeschienene Kulisse zu der Vorstellung von tanzenden, singenden, lachenden und schönen Menschen. Und mag Rio so als Inbegriff des brasilianischen Lebens gelten, steht wohl Amazonas", die grüne Hölle", gleichbedeutend für unberührte Natur und Abenteuer.Beiderlei Vorstellungen sind eher Postkartenansichten und finden ihre Entsprechung in der brasilianischen Wirklichkeit nur als Bruchstück oder Momentaufnahme. Der Besucher Brasiliens wird aber um ein Vielfaches mehr von Eindrückenbestürmt werden, er wird die gegensätzlichsten Landschaften und Städte erleben, die Wolkenkratzer von Sao Paulo, die riesenhaften Wasserfälle bei Foz do Iguacü, die endlosen Strände im Nordosten, die barocke Fülle von Ouro Preto oder die höchst selbstbewußte Anlage der neuen Hauptstadt Brasilia. Und er wird die andere Seite Brasiliens kennenlernen, die weniger lachende, sonnenbeschienene: die Elendsviertel, die ringförmig um die Metropolen wachsen, die Not der Landarbeiter im Nordosten, die teilweise noch in feudaler Abhängigkeit leben und die vor der Ausrottung stehenden Indianer im Amazonasgebiet - auch das ist brasilianische Wirklichkeit.So begeistert und fasziniert man immer wieder sein wird, wird man sich doch der Erfahrung und Einsicht nicht entziehen können, daß in dem kontrastreichen und vielgestaltigen Land Brasilien zahlreiche Widersprüche existieren, daß krasse soziale Gegensätze bestehen. Brasilien ist ein junges Land, das sich auf technischem Gebiet zwar mit Riesenschritten auf das 21. Jahrhundert zubewegt, sozial aber noch vielfach über das 19. Jahrhundert nicht hinausgekommen ist.3