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BRAUTLICHE PAARE [ Als Ferdinánd Cortés von seiner jungen Frau Abschied nahm, um die lange, schwere Seefahrt ins Ungewisse anzutreten, schenkte er ihr einen grófién Smaragd mit der Inschrift Gelobt sei dein Schöpfer!" In diesen Worten sammelt sich nidit nur alle Freude und Zártlichkeit des Hochbeglückten, sondern es zittert darin auch das geheimnisvolle Ereignis nadi, dafi der tief Liebende sich über sich selbst hinausgerufen fühlt - zur Gottheit hin, die ihn in dieses umstürzende neue Werden hineingestellt hat. Die Kunst hat jenes Urwort der Liebe Gelobt sei dein Schöpfer" mannigfach lebendig werden lassen, in vielen Formen und in vielen Graden des Bekennens: von der höchsten Scheu über den entfesselten Jubel bis zum klaren, ruhigen Aussprechen unersdiütterlicher Gewifiheit. So geschah es vor allém in der Gotik, in der Frührenaissance und in der Kunst des Bürgertums vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Eines der schönsten Gruppenbildnisse des 19. Jahrhunderts leitet dieses Bándchen ein: Runges Selbstportrát mit seiner / Braut. Zwei Mensdien habén ihr inniges Gefühl und audh ihre Schwermut zusammengetan, mag kommen, was wolle; der Zauber unverbrauchten Empfindens liegt auf ihnen, aber dazu die höhere Weihe einer bei aller Jugendlidhkeit spürbaren Reife. Man mögé den Farbakkord dieses Bildes zusammen mit dem der spatgotischen Darstellung der Liebenden vernehmen: es sind zwei verschiedene Farbreidie, und a in ihrer Gemeinsamkeit umfassen sie das Ganzé - dort eine Gesicht, Gewand und Baum genau schildernde Farbe, dem Alltag und der Erde nah, bei aller Schlichtheit wunderbar warm und herzlidi; hier ein Traumreidi der Farbe, ein