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Iienry Büttner .., den man im nachsten Jahrhundert studieren wird, wenn man über unsere Jahrzelinte philosophische Auskunft braueht. Ileinz Knobloch A /% rijünge Wie sah es am Bogiim bei Henry Büttner aus, welche Stationen kennzeichnen seine biographische und künstlerische Entwicklung? Am Anfang waren, wie wir seben werden, ernstere Ambitionen vorhanden, solche, die nicht seinen Erfolg als Humor- und Witzzeichner vorausahnen lieBen. Der heute 50jahrige Büttner (man nennt ilm meist, kurz und bündig IiB<>) kam in Wittgensdorf, seiner Heimatstadt und noch heutigen Wirkungsstatte, zur Welt, besuchte acht Jahre die Schule und begann danach die Malerlehre, ohne sie allerdings abzusehlieBen, da man ilm noch als einen der letzten zum sogenannten Arbeitsdienst einzog - eine Zeit, an die er sich nicht gern erinnert. Nach Ende des zweiten Weltkrieges arbeitele er 1945 zunachst in der Landwirtschaíl und hatte sich schon fnst entschlossen, hier fester einzusteigen, denn in frischer Luft und freier Natúr gefiel es ihm ganz gut. Doch es kam anders: Schon reclit friih drangte es ihn nach allém, was mit darstellend-bildlichen Momenten zu tun hat. wozu auch seine ersten malerischen Versuche zu reehnen sind. Mit 23/24 Jahren entstanden zum Boispiel melancholische Bilder in Richtung Edvard Munch oder Stadteansichten in der Art Oskar Kokosehkas (Ilinweise auf solclie Jugenderlebnisse geben noch einige, unauffallig plaziertb ülbilder im Arbeitsraum HenryBültners). Heute erwahnt der Zeichner diese Entwieklungsperiode nur kurz und beilaufig. Sehr praxisbezogen war damals seine eigentlíehe Tatigkeit, die er zum taglichen Broterwerb verriehten muBte. Er war bald Gebrauchswerber (Plakatmaler und Dekorateur) im Warenhaus Karl-Marx-Stadt, verschönte mit seinen künstlerischen Fahigkeiten Schaufenster und Verkaufsabteilungen, malte Spruchbander und Pieck-Portrats, Preisschilder für SommerschluBverkaufe und Weilmachtsausstelluagen. Er skiz/ierte manches in seinem Block wahrend der offiziellen Arbeitsstunden, d||er dann abends in der Freizeit fertigstellle. Doch die eigentlíehe Anregung zur Karikatur kain von einem Kollegen, der ilirn sagte: Menseh, Henry, Du kannst doch zeichnen, Ideen hasi Du auch, ich habe auch ein paar und helfe Dir, versuch es doch! Büttner l)efaBte sich von mm an zögernd, aber auch ziemlich konsequent, wie er rückschauend feststellt, mit der Humorzeichnung, obwohl es doch sehr enttauschend gewesen sei. denn anfangs kamen alle Zeichnungen von den Zeitungen wieder zurück. 1954, genau am Silvestertag, schlug seine Gliicksstunde: im KEulenspiegel>> erscliien die erste Büttner-Karikatur, und HBs fruchtbare, seitdem ununterbroehene Humorzeichnungs-Lebensperiode begann. Natürlich dauerte es noch eine gewisse Zeit, bis sein Name bekannt war, aber schon 1958 konnte er sein Metier beruflich freischaffend ausiiben, halté er die Möglichkeit, sich voll und ganz auf diese anstrengende Arbeit (Büttner) zu konzentrieren. Die seitdem im In- und Ausland erschienenen Zeichnungen bestíitigen, daB Henry Büttner ein sehr produktiver, origineller, das Lelien und die mensehlichen Schwachen aufmerksam beobachtender, in sich recht widerspruchsvoller Künstler ist. Wir werden darauf in unseren weiteren Lexikon-Stichwörtern nocli genauer eingehen. Weit weniger bekannt ist bisher, und das ist erstaunlich, welche heimlichen, doeh tiefen Bcziehungen er zur Musik gesucht und zum Teil gefunden hat. Nur die zahlreichen, fast ein Vierteltausend umfassenden Musikzeichnungen geben einen unverkennbáren Hinweis dar-