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VorwortAusgehend von der zunehmenden Kritik am marktwirtschaftlichen System und der damit verbundenen Forderung nach Systemveränderung" und Systemüberwindung", ist die ordnungspolitische Diskussion über alternative Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme in den vergangenen Jahren in der Bundesrepublik Deutschland immer stärker in den Vordergrund gerückt. In politischen Debatten, Hochschulseminaren, Lehrerfortbildungskursen und auch in Schülerdiskussionen wuchs das Interesse, die Gestaltungsprinzipien anderer Systeme kennenzulernen, ihre Funktionsmechanismen zu begreifen und sie hinsichtlich ihrer ökonomischen und sozialen Wirkungen zu vergleichen. Nicht selten - und aus deutscher Sicht verständlich - konzentrierten sich solche Diskussionen auf die Frage, worin sich Sozialistische Planwirtschaft" und Soziale Marktwirtschaft" - wie die Wirtschaftssysteme der DDR und der Bundesrepublik Deutschland in ihrem jeweiligen Selbstverständnis genannt werden - unterscheiden, ob und inwieweit das eine System dem anderen überlegen sei. Hat sich die von Ulbricht 1970 verkündete Prognose, die DDR werde die Bundesrepublik überholen ohne einzuholen", inzwischen bestätigt? - Auch heute noch werden solche Fragen oft vorschnell beantwortet, sei es mit dem Hinweis auf den nach wie vor höheren Lebensstandard in der Bundesrepublik, sei es mit der These, die DDR-Wirtschaft werde planmäßig und bewußt nach gesellschaftlichen Erfordernissen" gestaltet. Diskussionen dieser Art bleiben unbefriedigend, solange die Kenntnisse über die Funktionsweisen der beiden Wirtschaftssysteme unzureichend sind.Auch quantitative Vergleiche einzelner volkswirtschaftlicher Größen wie Sozialprodukt, Nationaleinkommen, Arbeitsproduktivität oder Kapitaleffizienz sind wenig geeignet, die grundlegenden Unterschiede der beiden Systeme deutlich zu machen. So9