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Brehms Tierleben in Vier Bänden IV. (töredék) [antikvár]

Alfred Brehm

 
S AUGETIERE Mammalia Das auffálligste Merkmal der Sáugetiere ist die Behaarung, die ihnen den für ,,Warmblüter" nötigen Wármeschutz gewáhrt. Denn die Haare haltén, wie die in derselben Weise wirkenden Federn der gleichfalls warmblütigen Vögel, eine den Wármeverlust hemmenden Luftmantel rings um den Körper fest. Treffend bezeichnet man daher diese höchstentwickelte Gruppé der Wirbeltiere auch als Haartiere", denn keiner Art fehlen die Haare völlig. Von den drei Schichten der Haut ist die mittlere auBerordentlich dick; durch...
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S AUGETIERE Mammalia Das auffálligste Merkmal der Sáugetiere ist die Behaarung, die ihnen den für ,,Warmblüter" nötigen Wármeschutz gewáhrt. Denn die Haare haltén, wie die in derselben Weise wirkenden Federn der gleichfalls warmblütigen Vögel, eine den Wármeverlust hemmenden Luftmantel rings um den Körper fest. Treffend bezeichnet man daher diese höchstentwickelte Gruppé der Wirbeltiere auch als Haartiere", denn keiner Art fehlen die Haare völlig. Von den drei Schichten der Haut ist die mittlere auBerordentlich dick; durch entsprechende Bearbeitung wird bei vielen Saugetieren aus ihr das Leder gewonnen, weshalb man diese Schicht als Lederhaut bezeichnet. Die über der Lederhaut liegende Oberhaut besteht aus einem weichen Zellgewebe (,,Schleimschicht") und einer Hornschicht mit nach auBen zu vollstandig verhornten toten Zellen, die andauernd abgestoBen werden. Aus der Oberhaut gehen die Haare hervor, die mit ihrem unteren Teile, der Haarwurzel, in der Lederhaut stecken. Die Fárbung des Haares wird durch seinen Gehalt an Farbstoffen und Luft hervorgerufen. Die Saugetierhaare stehen gewöhnlich gruppenweise zusammen, und zwar meist zu dreien: ein starkeres Mittelhaar und zwei Seitenhaare. Vielfach kann man die langen Haare als Grannenbaar" von den Nebenhaaren, dem daruntersitzenden feineren Wollhaar", unterscheiden. Dieses dichte Unterhaar ist bezeichnend für den Winterpelz der Sáugetiere in der gemaBigten und der kalten Zone; es falit im Frühjahr zugleich mit dem Grannenhaar aus, im Herbst wachst es wieder. Das Haarkleid wird alsó zweimal im Jahre gewechselt, und nur rein tropische und hochnordische Tiere beschránken sich vielleicht auf einmaligen und allmahlichen Haarwechsel. Nachdem die kalte Jahreszeit vorüber und der Frühling wirklich eingetreten ist, lockern sich die Wurzeln der Haare des bisher getragenen Kleides, und es fallen Grannen- und Wollhaare aus. Gleichzeitig sprossen neue Grannenhaare hervor, wachsen ziemlich rasch und durchdringen das filzige Gewebe des altén abgestoBenen Pelzes, der, wenn er reich war, noch geraume Zeit in flockigen Fetzen am Leibe hangén bleibt und erst nach und nach abgekratzt, abgescheuert und abgeweht wird; bald darauf beginnt auch das Nachwachsen der Wollhaare, deren raschere Entwicklung jedoch erst spater im Jahre erfolgt. Es besteht daher das Sommerkleid der Sáugetiere höherer Breitengrade und Gebirgsgürtel überwiegend aus Grannenhaaren, wahrend im Winterkleide die Wollhaare vorherrschen, erstere mit Beginn der kalten Jahreszeit wohl auch gánzlich wieder ausfallen können. So geschieht es beispielsweise bei unseren Hochwildarten, deren Decke" im Sommer aus Grannen- und wenigen, hier eigentümlicli veránderten Wollhaaren, im Winter dagegen fast ausschlieBlich aus Wollhaar besteht. Eine doppelte Hárung, d. h. ein vollstándiges Wechseln des Kleides im Frühling und im Herbste, findet bei keinem Sáugetiere statt, wohl aber kann ein Ausbleichen und Umfarben der Haare erfolgen. Die Hárung beginnt plötzlich, das Nachwachsen der neuen Haare geschieht allmáhlich und wird höchstens bei jáhlings eintretendem rauhen Wetter beschleunigt.

Termékadatok

Cím: Brehms Tierleben in Vier Bänden IV. (töredék) [antikvár]
Szerző: Alfred Brehm
Kiadó: VEB Bibliographisches Institut
Kötés: Félvászon
Méret: 180 mm x 260 mm
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