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Wir sind nichts; was wir suchen ist alles".HölderlinIn einem Brief notiert Busoni einmal das Wort Car-lyles: ein Mann von Genie, das sei ein Mann von Originalität imd Wahrhaftigkeit, befähigt, mit eigenen Augen zu sehen, und außerstande, das zu verleugnen, was er allein sieht. Busoni hat sich selber, bei allem Selbstbewußtsein, nicht für ein Genie gehalten, aber er besaß gleichwohl die Eigenschaften, die Carlyle dem Genie zuspricht. Seine Briefe sind hierfür beredte Zeugen. Zu seinem geistigen Bilde tragen sie kaum weniger bei als das Andenken des Pianisten und des Lehrers, als die Hinterlassenschaft eines außerordentlichen Werkes, das den Meister in dreifacher Gestalt zeigt: als Komponisten, als Denker und als Bearbeiter. Wer diesen freien und selbständigen Geist begreifen will, der darf ihn nicht in einer dieser Gestalten allein suchen, sondern muß alle zugleich umfassen.Die Briefe an die Frau enthalten den ganzen, den wahren Busoni, nicht den legendären, um den es viele Mißverständnisse gab und immer noch gibt. Es sind Briefe aus nahezu dreißig Jahren, zum weitaus größten Teil auf Konzertreisen geschrieben. Ihr Zweck liegt klar zu Tage: über die äußere Trennung hinweg wollen sie die Beziehung zu der Gefährtin aufrechterhalten, die in allem an seinem Denken und Fühlen teilhat, die allein feststeht in diesem ganzen Durcheinander". Getreu zeichnen die Briefe auf, was den Geist und die Seele dieses scharfen Beobachters und reflektiven Künstlermenschen auf dem Zug durch die Länder, Kulturen und Menschen der Alten und der Neuen Welt bewegte.VI