Bővebb ismertető
Einleitung
Liebe Leserin, lieber Leser,
würden Sie sich freiwillig mit Einladungs- und Glückwunschbriefen oder gar mit Beileidsbriefen beschäftigen? Nein? Ich auch nicht. Aber vor fünfzehn Jahren wurde ich dazu gezwungen. Nicht im Privatleben, sondern an meinem Schreibtisch im Büro.
Ich war in der Übersetzungsabteilung eines bedeutenden Industrie-Unternehmens tätig. Der wichtigste Mann der Firma - derjenige, der ,,den Laden schmiß" - geriet eines Tages in die schlimme Verlegenheit, einen Einladungsbrief zum Firmenjubiläum ,,aufsetzen" zu müssen.
Was fängt ein Vollprofi-Manager, ein Mann der harten Tatsachen, mit einer solchen Forderung an, mit einer Aufgabe, die ihm so gar nicht liegt und die, zum Glück, ja auch nicht zu den Alltäglichkeiten gehört? Er bastelt meistens zunächst, von den unangenehmsten Empfindungen befallen, ebenso mühsam wie phrasenhaft oder ungeschickt daran herum. Und dann - tut er das einzig Richtige: er delegiert diese Arbeit an eine Stelle, die mehr Zeit dafür hat als er.
Ich, der Beauftragte, fühlte mich fürs erste genauso unbehaglich wie mein Chef. Entscheidend aber war, daß ich schließlich doch etwas Brauchbares zustandebrachte. Mein Chef fand meine Leistung ausgezeichnet, und damit war ich, im Nebenberuf, zum ,,Sonderkorrespondenten" des Unternehmens ernannt.
Meinem anfänglichen Unmut über diese ,,Beförderung" folgte die Überlegung. Ich bedachte den Fall. Und ich bedachte die vielen anderen Fälle, die man unter der Überschrift,,Persönliche Briefe des Chefs" zusammenfassen kann: Einladungen, Glückwünsche, Danksagungen, Empfehlungen . . . und das alles zu den verschiedenartigsten Anlässen.
Hier war ein wichtiger Korrespondenzbereich, der gewöhnlich als notwendiges Übel behandelt wurde, obwohl er eine große Chance bot: die Chance, menschliche Kontakte auch im beruflichen Rahmen herzustel-
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