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Demokratischer Sozialismus in Theorie und Praxis
Die wirtschaftlichen und sozialen Daten von gestern ergeben, rechnet man sie hoch, keine vernünftige Zukunft mehr. Die Wachstumseuphorie der fünfziger und sechziger Jahre ist vorüber. Die westUchen Industrieländer ringen um eine auch weiterhin prosperitätsfähige Wirtschaftsstruktur und begegnen angesichts dieser Aufgabe der Notwendigkeit nationaler und übernationaler Planung in einem gesamtverantwortlichen Maßstab, der im privaten Kapitalismus nicht vorgesehen ist. Die neue Investitionskraft ölproduzierender Entwicklungsländer und die Millionen Hungertode in der Vierten Welt stellen die Menschheit vor die globale soziale Frage des Jahrhunderts. In dieser Lage, die als grundsätzliche Herausforderung noch von zu wenigen Europäern begriffen wird, erhält die Idee des demokratischen Sozialismus eine neue Chance der schrittweisen Verwirklichung unter der Bedingung der Freiheit. Als die Idee zur Herausgabe der Buchreihe „Demokratischer Sozialismus in Theorie und Praxis" im Kreis der Sozialdemokratischen Wählerinitiative aufkam, herrschte in der Bundesrepublik das Klima mehrheitlicher Reformbereitschaft. Die Außerparlamentarische Opposition und der Sozialistische Deutsche Studentenbund, APO und SDS, hatten mit der moralischen Energie und intellektuellen Überzeugungskraft ihres Höhepunkts auch in sogenannten bürgerlichen Kreisen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Die Gesellschaft in der Bundesrepublik wurde liberaler. Die neue Linke formulierte ihr Theorieverlangen und provozierte den Dialog mit der älteren und mittleren Generation der Sozialdemokraten und sozialliberalen Wähler. Gut zu antworten, erforderte das Uberdenken der eigenen theoretischen Grundlage für alle Beteiligten. Demokratie nahm sich nicht mehr selbstverständlich, sie wurde wieder zum Lernprozeß. Inzwischen, da die ersten drei Bände der Serie vorliegen und weitere im Entstehen sind, stößt das Vorhaben der Herausgeber und ihrer Mitarbeiter auf die veränderte politische Landschaft der siebziger Jahre. Eine Art Gegenreformation findet in der Bundesrepublik einschließlich West-Berlin statt - angetrieben vom Pendelschlag der Zeitläufte. Vielerlei wirkt
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