Bővebb ismertető
Abschrift des Beitrags über die Ungarnwoche an der FU Berlin von Thomas Holm
gesendet von der BBC-London, deutschsprachiger Dienst am 7.12. 21 Uhr 35.
Sprecher:
Vom 26. November bis zum 2. Dezember fand an der Freien Universität Berlin eine ungarische Woche statt* Sie war vom Allgemeinen Studentenausschuß veranstaltet worden und lief unter dem Titel "Budapester Wege". Einzelheiten dazu in einem Beitrag von Thomas Holm.
Neben einem umfangreichen kulturellen Programm fanden Veranstaltungen mit Lehrenden der Karl-Marx-Universität für Ökonomie und des Instituts für Ökonomie an der Akademie der Wissenschaften in Budapest statt. In diesen Veranstaltungen wurden einige Aspekte des ungarischen Weges in ökonomischer und politischer Hinsicht erläutert.
Wer den ungarischen Weg verstehen wolle, müsse die Bedeutung der Ereignisse von 1956 verstehen, wurden in einem einleitenden Referat von Geza Mezei erklärt. Es bestehe ein nationaler Konsens darüber, daß sich die Ereignisse des Jahres 1956, also Bürgerkrieg und sowjetische Intervention, nicht wiederholen dürften. Deshalb seien Toleranz und Vertrauen, ausgedrückt in der Losung "Wer nicht gegen uns ist, ist mit uns", grundlegend für das gesellschaftliche und politische Leben Ungarns. Der Kern des ungarischen Weges ist eine ab 1968 betriebene, erfolgreiche Wirtschaftsreformpolitik. Sie beinhaltet eine Abkehr von einer Befehlswirtschaft, die den Plan als unverletzbares Gesetz betrachtet. Diese Form der Planwirtschaft habe sich als zu unflexibel gegenüber den sich rasch wandelnden Anforderungen an die Wirtschaft des Landes erwiesen. Daher sei man mehr und mehr zu einer Dezentralisierung von Entscheidungskompetenzen im wirtschaftlichen Bereich übergegangen, was auch. die Preisbildung für die einzelnen Produkte betreffe.
In einem Referat über die Reform des Wirtschaftslenkungs-systems in Ungarn von Erzsbeth Kaponi wurde erklärt, daß man in letzter Zeit mit einem Modell experimentiere, wonach die Betriebsdirektoren von Belegschaftsversammlungen gewählt werden können. An dieser Stelle wurde aus dem Publikum angemerkt, daß durch solche Experimente im wirtschaftlichen Bereich möglicherweise eine Mitbestimmungsmentalität entstehen können, deren Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben nicht kalkuliert werden könne. Die Frage nach den Grenzen des