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EINE BEWEGUNG GEHT UM DIE ERDE
Es geht eine machtvolle Bewegung um die Erde. Wir empfinden sie in ständig wachsendem Maße seit mehr als hundert Jahren. Doch ihr Ursprung ist viel älter. Sie kommt aus den Dschungeln Indiens, aus der Ganges-Ehene und den Tälern des südUchen Hi-malaya. Dort entstand vor zweitausendfünfhundert Jahren eine Lehre, die seither lebendig ist und vielen Menschen zum Zentrum ihres Daseins wurde - damals wie heute.
Ein Prinz, heißt es, habe sie ausgelöst, habe ein imaginäres Rad in Bewegung gesetzt: das Rad der Lehre.
Doch da beginnen schon die Widersprüche, die Zweifel. Der in einer von typisch indischer Phantasie geprägten Legende Prinz genannt wird - unter Wundern geboren und in einem Palast mit Traumgärten und Lotosteichen, umgeben von den schönsten Gespielinnen und von tausend Dienern umsorgt, aufgewachsen sein soll -, war in Wirkhchkeit der Sohn eines abhängigen, gewählten Kleinfürsten, eines Raja - ein Kind aus vornehmer Familie zwar, aber doch von Herkunft kein Großer dieser Welt, wie es uns die Legende suggeriert. Siddharta Gautama war sein Name. Die Welt kennt ihn als Buddha Shakyamuni - den Erwachten aus dem Geschlecht der Shakya. Buddha ist ein Ehrentitel, den auch die Erleuchteten vor und nach dem historischen Buddha Shakyamuni tragen. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern wie den auf ihn folgenden Trägern dieses Titels wird Buddha Shakyamuni als der Buddha, aber auch als Buddha der Lehrende bezeichnet. Daraus ergeben sich die beiden in diesem Buch verwendeten Benennungsformeln, die Buddha jeweils als Erleuchteten oder als erhabenen Menschen unter Mitmenschen meinen.
Siddharta Gautama, der spätere Buddha, wurde nach sorg-