Bővebb ismertető
Einführung
»Römisches Staatswesen, griechische Kultur und christlicher Glaube sind die Hauptquellen der byzantinischen Entwicklung. Nimmt man eines dieser drei Elemente weg, so ist byzantinisches Wesen nicht denkbar. Erst die Synthese der hellenistischen Kultur und der christlichen Religion mit der römischen Staatsform ließ jenes historische Gebilde entstehen, das wir das byzantinische Kaiserreich zu nennen pflegen.« G. Ostrogorsky. Diese Anteile des byzantinischen Staatswesens lassen sich auch in der Geschichte der byzantinischen Kunst, die ja immer mehr oder weniger Staatskunst gewesen ist, erkennen. Wenn es aber allein auf diese drei Bestandteile angekommen wäre, hätte die byzantinische Kunst ebensogut in Rom entstehen können, das dieses Staatswesen entwickelt hatte, von hellenistischer Kultur durchtränkt war und mit dem Grabe Petri das früheste Zeugnis der Kirchwerdung besaß. Offensichtlich hat diese Synthese in dieser spezifischen Form nur unter ganz bestimmten Umständen erfolgen können und war auf weitere Ingredienzien angewiesen, die Rom selbst in dieser Zeit nicht zu bieten hatte.
Wenn wir heute von byzantinischer Kunst sprechen, so meinen wir damit nicht einen regional oder landschaftlich einzugrenzenden Bereich der Kunst, sondern die Kunst einer politisch und religiös gleichermaßen an jene Stadt Byzanz gebundenen Welt, deren Ausdehnung sich in den Wechselfällen der Politik ändern konnte. Von den ersten Anfängen an war diese Kunst auf die eine Hauptstadt als Sitz des Kaisers ausgerichtet, der immer zugleich Regent und oberster Priester war. Es handelt sich dabei um eine Kunst, die dem Westen sehr viel gegeben, sich aber von diesem unabhängig gemacht hat. Gerade in dieser eigentümlichen Autarkie, die sich selbst in einem absolut eigenständigen Umgehen mit dem Erbe der Antike bewährt, liegt die Berechtigung, die byzantinische Kunst ganz außerhalb der abendländischen Kunstgeschichte zu behandeln, denn ihre Uhren gehen anders. Ihre Epochengliederung unterliegt anderen stilistischen Gesetzen und anderen historischen Situationen. Als Konstantin seine Hauptstadt Konstantinopel an der Stelle des antiken Byzantium gründete, lag die abendländische Kunst darnieder. Als Justinian sein Reich gründete, brachen die Reiche des Westens unter den Schlägen der Völkerwanderung zusammen. Als die große abendländische Kulturerneuerung der Renaissance im fünfzehnten Jahrhundert die klassische Kunst der Antike Wiederaufleben ließ, fielen die letzten Reste des byzantinischen Reiches in die Hände der Türken. In der dazwischenliegenden Zeit war das byzantinische Reich ein streng organisiertes Staatsgebilde, lange Zeit war es überhaupt das einzige der damals bekannten oder beachteten Welt.
In dieser Eigenschaft kam gerade wegen seiner geographischen Lage dem byzantinischen Staat und seiner Kultur eine besondere Bedeutung zu. Das Mittelmeerbecken war das Zentrum des antiken Abendlandes, und in seiner Mitte lag Rom, das im ausgehenden Altertum die Führung an sich gerissen hatte. Nicht die Gründung Konstantinopels allein markierte die Spaltung der abendländisch-mittelmeerischen Welt, sondern die Teilung des Römischen Reiches in zwei fortschreitend voneinander unabhängig werdende Reiche schuf im Rahmen der politischen Machtumgruppierung die neue Situation, aus der der neue Anspruch des Ostens entstehen konnte. Als Theodosius I. im Jahre 395 starb, hinterließ er die beiden Reichsteile seinen beiden Söhnen; Arkadius regierte den Osten, Honorius den Westen. Die Hauptstadt des Westens verlor an Bedeutung, weil sie nicht einmal mehr Regierungssitz blieb. Trier und Mailand machten ihr den Rang streitig. Und solange neben Konstantinopel sich noch eine Stadt wie Antiochien als fast gleichrangiger Regierungssitz behaupten konnte,