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Cappella Degli Scrovegni [antikvár]

Marco Valsecchi

 
dem Altar mit dcm Blick auf dic Hciligc Handlung und die wundcrbarcn Frcskcn Giottos dargcstcllt wcrdcn. Unbckannt ist auch der Namc dcs Baumcistcrs, dcr dic cinfache abcr wohlproportionicrtc Kapcllc crrichtctc. Einc altc Ubcrlicfcrung ncnnt Giotto selbst, von dcm wir ja wisscn, daB cr spatcr in Florenz dcn bcrühmten Campanilc crbaucc. Da cr fúr dic Anlagc scincr hcrrlichcn Frcskogcschichtcn" kein besondcrcs architektonischcs Kunstwcrk benötigte, liabc cr auch dic Entwürfc fiir dcn rcchtcckigcn Saal, dcr dic Kapcllc bildet, geliefert. Abcr...
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dem Altar mit dcm Blick auf dic Hciligc Handlung und die wundcrbarcn Frcskcn Giottos dargcstcllt wcrdcn. Unbckannt ist auch der Namc dcs Baumcistcrs, dcr dic cinfache abcr wohlproportionicrtc Kapcllc crrichtctc. Einc altc Ubcrlicfcrung ncnnt Giotto selbst, von dcm wir ja wisscn, daB cr spatcr in Florenz dcn bcrühmten Campanilc crbaucc. Da cr fúr dic Anlagc scincr hcrrlichcn Frcskogcschichtcn" kein besondcrcs architektonischcs Kunstwcrk benötigte, liabc cr auch dic Entwürfc fiir dcn rcchtcckigcn Saal, dcr dic Kapcllc bildet, geliefert. Abcr schon Andrea Moschetti zeigte in scincm ausführlichcn Bucii von 1904 auf, daB das VcrhSltnis dcr Flachenraume dcr Gcscliichtcn" zum architcktonischcn Raum nicht vollkommcn ist, und cin solchcr Fchler ware Giotto schwcrlich untcrlaufcn, im Gcgcntcil, cr versuchtc, scin Wcrk aufs kunstvollstc mit dcm schon bcstchcnden Gebaudc in Einklang zu bringen. Es ist alsó wahrschcinlichcr, daB Giotto dic Wandc cincs Bauwcrkes bcmaltc, an dcm cr als Erbaucr nicht bctciligt gcwcsen ist. Jüngcrcn Gclchrtcn zufolgc hatc cr sogar erst nach dcr Wcihc dcr Kapcllc zu arbeiten begonnen. Wcnn cr auBcr dcm Malcr auch dcr Architckt dcr Kirchc gcwcsen ware, so hattc cr sich wahrscheinlich nicht nur in dcr Gruppc dcr Auscrwahltcn am Anfang cincr Menschcnrcihc im Jiingsten Gericht dargcstcllt, sondern hiittc an dcr Scite Scrovegnis das Modell dcr Kirchc dargcbracht. Dagcgcn crschcint in dcm Gcmaldc neben Scrovcgni einc Mönchsgcstalt. Und es ist wieder Moschetti, dcr dic Hypothcsc aufstcllt, daB es sich hicr um dcn cigcntlichcn Baumeistcr handclc, und zwar um dcn Ercmitcnmönch Giovanni, denselben, dcr 1306 cinc Deckc in dic ganz in dcr Nahc auBcrhalb dcs Arcnaringes gclcgcnc Eremitcnkirchc cinzog. Uber dic gcnauc Datierung dcr Errichtung dcr Kapcllc ist man zu cinem bcfricdigcndcn Ergcbnis gekommen. Das ist insofem wichtig, als es eng mit dcr Datierung von Giottos Frcskcn verbunden ist. Scardconc, cin gclchrtcr Chronist dcs 16. Jhdts., zitiert einc hcutc vcrschwundene Inschrift, dic bcsagt, daB die Kapcllc am Vcrkündigungstag dcs Jahres 1303, das heiBt am 25. Marz, von Enrico Scrovcgni gegründet worden sei. Aus anderen Dokumentál dcs Archivs gcht hervor, daB dic Kirchc am 25. Márz 1305 feierlich gewciht wurde, und wir haben schon crwahnt, daB im folgenden Jahr, als Ponzino de' Ponzardi Bürgcrmcister war, dic Prozcssion mit dcm Frommen Spiel" in Arcnaring wiederaufgenommcn wurde. Dcswcgcn kann man annchmcn, daB bei eincm Baubeginn im Marz 1303 die Frcskcn nach dem Einzichcn dcs Dachcs, das hciBt zu Bcginn dcs Jahres 1304, begonnen wurden und zum Vcrkündigungsfest des Jahres 1305 wenigstens zum Tcil vollcndet warcn. Die Feierlichkeiten der Wcihe konnten sehr wohl mit der Freudé iiber die Vollendung cincs so groBen und hcrrlichcn Werkcs, wic es die Frcskcn Giottos sind, zusaminenfallen. Zu klaren bleibt noch die Tatsachc, daB Scrovegni dcn Rat dcs benachbarten Vencdigs um die Auslcihe der in der Dogenkirchc von San Marco benutzten Gobclins und Schmuckgerate anging. um dcm Gottesdienst in Padua gröBere Pracht zu verleihen. Der Ratscntschcid vom 16. Marz 1305, alsó wenige Tage vor der Wcihe der Arcnakapclle, erlaubte diese Auslcihe. Für wclchen Zweck warcn wohl diese Geratc und diese kostbaren StofFc bestimmt? Doch wohl nicht, um dic schon bcmaltcn Wiindc zu bckleidcn, sondern eher, um die noch nicht vollendeten Teile zu vcrdcckcn. Und da man die Frcskcn von oben nach untén malte, waren wahrschcinlich die unteren Teile des Kirchenschiffes noch nicht vollcndet. Dics ist die unter den Gelehrten verbreitetste Meinung. Bei den 1305 noch nicht fertiggestellten Teilen handele es sich um dcn Sockel mit den Allcgorien der Laster und der Tugcnden auf der gegenübcrliegendcn Wand, auBcrdem um die Eingangswand, deren Freskó das jüngstc dcs ganzen Zyklus zu sein scheint. So nimmt man gewöhnlich an, daB Giotto die Arbeit an diesen Teilen sofort nach den Festlichkeiten dcr Wcihc, alsó vor Ende des Jahres, wiederaufgcnommen habe. Andcre Gelchrte dagcgcn (siehe Pietro Toesca und Cesarc Gnudi) stimmen nicht in allén Punktcn dieser Zeiteinteilung bei, denn der so kurze Zeitraum von etwas mehr als cinem Jahr erscheint zu klcin für cin Werk von eincm solchen Umfang, in dem der Künstler die höchstc Reife der gcistigen Durchdringung und der Form erreichte. AuBerdem fehlen in dcn Chronikcn und Aktén dcr Kapelle alle Hinweise auf dic Fresken Giottos, und das ist cin sehr bedeutsames Schwcigen bei cinem auch für dic Zeitgenosscn aufschcncrrcgenden Werk. Erst die Chronik Riccobono Ferrarcses von 1312 spricht ausdrücklich von Giotto und scincn Arbeiten in Padua. Bleibt nun das Dátum der Gründung von 1303 bestehen, so kann deswcgcn Giotto seine Arbeit sehr wohl in dic Lange gezogen oder sogar erst nach dcr Wcihe von 1305 begonnen und in eincm Zeitraum fortgefiihrt haben, dcr bis 1310 reichte, jedenfalls abcr nicht nach jcner Bcmcrkung Riccobonos lag. Uberdies wurde die Altarwölbung nicht mehr von Giotto ausgcmalt, und die Frcskcn in dicscin Tcil dcr Kapcllc stammen von cinem anderen, wcniger begabten Künstler. Allcrdings setzen sic dcn Bcricht dcs Lebcns der Jungfrau Maria" mit Episodcn fort, dic nicht in dcn Fresken des Schiffcs crschcincn, wo man dic sichcre Hand und dic rcifcrc und bewuBtcrc Strichfiihrung dcs groBen florentiner Mcistcrs spürt. Auf dcr linken Wand dcr Altarnischc stcllcn drei Bildcr, dic in dcr von oben nach untén fortschrcitcndcn Anordnung dic Bcrichtfolgc dcr Ubrigen Frcskcn rcspekticrcn, dic Ankiindigung des baldigen Todes der Jungfrau Maria, die Jungfrau Maria tcilt diese Nachricht den Aposteln mit und schlicBlich den Tod der Jungfrau Maria dar. Dic rcchtc Wand zcigt drei wcitcrc Bildcr in der gleichcn Rcihcnfolgc, das Begrabnis der Jungfrau Maria, dic Himmelfahrt der Jungfrau Maria und die Krömmg der Jungfrau Maria. Es ist schwer zu sagen, warum Giotto diesen so wichtigcn Tcil dcr Kapelle, dcr dcn Altar umschlicBt und somit sakralcr Höhepunkt cincr Kirchc ist, nicht selbst ausgcmalt hat. In viclcn sakralcn Bautcn jcner und auch spiiterer Zeit ist dic Bcmalung auf dic dcn Altar umschlicBcndcn Teile beschrankt, wahrend das SchifF mit cinfachcm Schmuck vcrschcn oder ganz kahl ist. Wir sind hierbei auf MutmaBungcn angcwicscn, deren wahrschcinlichste wohl ist, daB anderc Auftrágc Giotto zwangen, Padua zu verlasscn. Sichcr ist jedenfalls, daB diese Bildcr zusammen mit den cingerahmten Hciligcn- und Bischofsfigurcn nicht von ihm stammen. Seltsamerwcisc bcrichtct Vasari, daB sic von Taddco di Bartolo aus Siena, alsó ungefahr cin ganzcs Jahrhundcrt nach dcm Wcggang Giottos, gcmalt worden seien. Dcm widcrspricht, daB wir cs mit cinem giottisierenden Künstler, wahrschcinlich mit eincm Schiller, dcr dcn Anweisungen des Mcistcrs folgte, aber recht unbcgabt war, zu tun haben, oder auch mit cinem Zeitgenosscn Giottos wic Taddco Gaddi (allerdings ist dics un wahrschcinlich, denn er ist wcsentüch begabter als dcr Malcr dicsér Bilder), dem jüngeren Bcrnardo Daddi, mit dcm auch genannten Ccnnino Cennini oder mit cinem anonymen cmilianischen Malcr dcs 14. Jhdts. In dcr Altarwölbung finden wir auch in zwei Seitennischcn zwei Frcskcn mit der Darstellung dcr stillcndcn Madonna. Diese beiden Bilder von einem recht bedeutenden Künstler spiiterer Zeit schreibt dic Kunstkritik cinstimmig Giusto de' Mcnabuoi aus Padua zu. Aber das Klcinod diescs Altarcs ist zwcifellos das Tafelbild mit der Kreuzigung von Giotto, das sich heute in der Sakristci befmdet und das zu eincm unbekannten Zcitpunkt aus der Apsis entfernt wurde, wo es den groBen Zyklus, der mit dcn Geschichten Joachims und Annás begann und über die Erlösungsgeschichte bis zum Jiingsten Gericht rcichte, erganzte. Stilistische Eigcnhcitcn wic die feine malcrische Bchandlung, eine klassische Preziositat und weichercs Licht lassen vermutén, daB dicscs Bild zu einem spatercn Zcitpunkt als die Fresken, ungefahr gegen 1317, gemalt wurde. Man könntc annchmcn, daB cs als Folge dcr Stiftung fiir ewigc Zeiten, dic Scrovegni in jenem Jahr zugunsten scincr Kapcllc gemacht hatte, ausgeführt wurde. Mit dieser Stiftung solltc die Kapelle weiter ausgcschmückt wcrdcn und die zum Gottcsdicnstnotwcndigcn Gcistlichcn, vier Pricstcr, vier Chorknaben und vier Kirchcndicncr, untcrhalten wcrdcn. Man nimmt an, daB Giotto damals wieder in Padua wcilte, um die spater durch den Brand zerstörten Frcskcn im Rathaus auszuführen. Wic schon gcsagt wurde, war dcr Leitgedanke Giottos bei der Ausschmückung der Arcnakapclle dic Darstellung dcr gesamten Gcschichtc der Fleischwcrdung Gottcs und dcr Erlösung dcs Mcnschcngenschlcchtcs durch das Kommcn Christi. Bei dcr Aufcinandcrfolgc dcr Episoden beachtct Giotto dcn Zcitablauf dcs Berichts dcr Evangclicn und verschmilzt das Ganzé in cincr cinhcitlichcn theologischcn Sicht. Er beginnt mit der Vorgcschichte Christi und zwar mit der Geschichte der Eltem Marias. Es folgen die Episoden der Jungfrau Maria und schlicBlich das Leben Jesu. Dicse Bildfolgc vcrlauft in drei übereinandcrgelegcncn Gcmaldcbándern, beginnt beim ersten Bild oben an der rcchten Wand ncben dcm Triumphbogcn, wo dic Verjagung Joachims aus dem Tempel dargcstcllt ist, und vcrlauft weiter über dic oberen Gcmaldc der linken Wand. Dann folgen in dersclbcn Rcihcnfolgc dic Bilder des mittlercn und schlicBlich dic des unteren Strciícns. Im Ganzen sind es scchsunddreiBig Bildcr. Zu diesen kommcn dann noch dic beiden Einzelfigüren dcs Engels und dcr Maria dcr Vcrkündigung auf der Wand des Triumphbogens vor dcr Altarnischc. Untcr dcn beiden Szenén dcr göttlichen Verkündigung hat Giotto fiir den Bcsuchcr dcr Kirchc in Pcrspektivdarstellung zwei gchcime Kapellcn" oder Scitcnchörc" gcmalt, von deren Gcwölbc ciscrnc Lampen herunterhangen; dic Raumillusion ist so gelungen, daB sic dic spitzfmdigcn Pcrspcktivcn, dic Paolo Uccello so viele Jahrzchntc spáter ausführte, vorwcgzunehmcn scheint. Auf dcr Höhe dcs Bogcns ist als Eingangsszenc fur den gesamten Bildcrzyklus Gottvatcr im Paradics dargestellt, wic er dem Engcl Gábriel

Termékadatok

Cím: Cappella Degli Scrovegni [antikvár]
Szerző: Marco Valsecchi
Kiadó: Instituto Geografico de Agostini
Kötés: Vászon
Méret: 300 mm x 410 mm
Marco Valsecchi művei
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