Bővebb ismertető
Die Beschreibung chemischer, physikochemischer, neurochemischer und biochemischer Eigenschaften eines Arzneistoffes sowie die Ergebnisse seiner tierexperimentellen pharmakologischen und toxikologischen Untersuchungen können auch bei sorgfáltigsten Bemühungen das komplizierte und vielschichtige Wechselspiel zwischen Medikament und menschlichem Organismus nur ungenau und unvollstándig erfassen. Neben der zeitlichen Begrenzung, die gegenwártig in einer Zeit des schnellen wissenschaftlichtechnischen Fortschritts für die Entwicklung von Arzneistoffen bis zur Klinikreife zur Verfügung steht, begründet sich dies vor allém damit, da|3 die Übertragbarkeit von Resultaten aus tierexperimentellen Untersuchungen auf Reaktionsweisen im menschlichen Organismus nicht a priori gegeben ist. lm besonderen ist die begrenzte Übertragbarkeit in der Vergangenheit háufig für das Verháltnis zwischen tierexperimenteller Psychopharmakologie und humanmedizinischer Psychopharmakotherapie diskutiert worden. Von daher kommt der langzeitigen klinischen Forschung über Detailthematiken der medikamentösen Therapie in der Humanmedizin eine erstrangige Bedeutung zu. Oft werden im Verlauf klinischer Nachbeobachtungen oder aus Übersichten über gro(3e Patientenzahlen bisher nicht bekannte oder nur unsicher beobachtete und ungenau beschriebene Eigenschaften von Medikamenten aufgedeckt, die zu einer Einschránkung des Gebrauchswertes oder zu einer Erweiterung der Anwendungsmöglichkeiten führen können. Das Erkennen unerwünschter Begleiteffekte einer medikamentösen Therapie bis hin zu unerwarteten toxischen Schádigungen, die zu einem Therapierisiko führen können, ist dabei ebenso ein mögliches Ergebnis, wie das Auffinden neuer Wirkungen, die das Wirkungsspektrum des Medikamentes erweitern und neue Indikationen zulassen. So gesehen ist das nicht selten beschriebene Ereignis der Aufdeckung neuer Wirkungen an bereits bekannten Arzneimitteln gar nicht so sehr eine Zufallserscheinung, sondern vielmehr eine logische Folge sorgfáltiger Beobachtungen in der klinischen Anwendung, deren Verallgemeinerung bis zu einem neuen therapeutischen Prinzip eine umfassende Vertiefung der Kenntnisse über das Beobachtete und eine kritische Einschátzung des Stellenwertes der Beobachtung voraussetzt. Ein solches Ereignis der Beschreibung unerwarteter Wirkungen von Medikamenten wird bei jenen Arzneistoffen, die im Rahmen einer Langzeittherapie angewendet werden, háufiger vorkommen als bei Medikamenten, die nur vorübergehend bei akutén Krankheitszustánden eingesetzt werden. Zu den ersten gehören Psychopharmaka und Antiepileptika, die oftmals lebenslang angewendet werden. Auf diesen Cebieten spielt deshalb der sogenannte Entdeckerzufall eine besondere Rolle.