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Carl Linnaeus oder Carl von Linné, wie er sich nannte, nachdem er geadeltwurde, ist zweifellos einer der berühmtesten Wissenschaftler Schwedens,weltberühmt vor allem als Botaniker. Er war von Beruf Arzt und Professor derMedizin. Da er als Mediziner auch mit der Botanik in Berührung kam, nannteer sich Med. und Botan. Professor.Linné war ein vielseitiger Mann, der mit Erfolg auch in andere Zweige derNaturwissenschaften eindrang, zum Beispiel: Zoologie, Geologie und Minera-logie. In letzter Zeit hat man ihn auch als schöngeistigen Schriftsteller und alsInitiator zur Modernisierung der schwedischen Buchdruckerkunst entdeckt.Seine frische, kernige und zuweilen recht saftige Sprache ist eine Bereiche-rung der schwedischen Literatur. Es gibt Stellen in Reden und Reiseberichten,da Linnés Prosa wie schönste Poesie klingt. Noch heute übt er einen gewalti-gen Einfluss auf das schwedische Kulturleben aus. Immer noch interessierensich Ärzte, Naturwissenschaftler, Historiker, Theologen, Schriftsteller undKünstler für ihn. Alle versuchen sie, etwas Neues an dem vielseitigen Linné zuentdecken. Das Interesse für ihn ist auch im Ausland auffallend gross.Seine erste wissenschaftliche Arbeit schrieb Linné schon als 18-jährigerGymnasiast in Växjö. Die Studienzeit in Lund und Uppsala resultierte auch inanderen vielversprechenden Arbeiten. Als er 1732 seine Lapplandreise be-gann, war er jedoch nicht mehr als ein Student, auf den man seine Hoffnungsetzte. Nach dieser Reise war er schon ein gewandter Wissenschaftler. DieLapplandreise Linnés wird heutzutage als die vielleicht bedeutendste allerReisen betrachtet, die innerhalb der Grenzen Schwedens vorgenommen wur-den.Der internationale Durchbruch in der wissenschaftlichen Welt gelang Linnéwährend seiner Auslandreise (1735-1738). Er besuchte Holland, Deutschland,England und Frankreich. In Holland knüpfte er Kontakte mit führendenPersönlichkeiten des Kulturlebens. Der junge Schwede wurde beachtet wie niezuvor. Als Präfekt des Gartens (Hartekamp), der dem ausserordentlich wohl-habenden Georg Clifford gehörte, hatte er freie Hand und konnte nach eige-nem Gutdünken arbeiten. Innerhalb von knapp drei Jahren veröffentlichte er14 wissenschaftliche Werke, darunter "Systema naturae" (1735), welcheswegweisend in der Geschichte der Naturwissenschaft werden sollte. NachdemLinné aus dem Ausland zurückgekommen war, betrieb er drei Jahre lang einePrivatpraxis in Stockholm (1738-1741). Dort hielt er unter anderem öffent-liche Vorträge über Mineralogie und Botanik, wurde Admiralitätsarzt derFlotte und gehörte zu den Stiftern der Königlichen Schwedischen Akademieder Wissenschaften. 1741 erreichte er sein Traumziel. Er wurde Professor derMedizin in Uppsala, wo er auch die Botanik übernahm. Das geschah in einerfür Linné glücklichen Zeit. Ein Teil der Arbeit war allerdings schon erledigt,aber die Botanik steckte noch in den Anfängen ohne System. Der Zustandwurde - ohne grosse Übertreibung - als nahezu chaotisch bezeichnet. Die Erdewar praktisch so gut wie unerforscht, ein grosses Arbeitsfeld mußte bewältigtwerden. In erster Linie mußte gesammelt und geordnet werden. Dazu war