Bővebb ismertető
Allgemeine Grundlagen
Die Überwindung des expressionistischen Dramas
„In der Kunst und Dichtung erwachte jetzt ebenfalls wieder die Frage nach der
Grundbeschaffenheit des Menschen und nach der Wirklichkeit, die dem Men-
sehen angemessen ist. Dies ist die Frage der jungen Generation, die bis zum
Ersten Weltkrieg und in diesem Krieg auftritt. Auch sie richtet sich wie einst
der Naturalismus auf die moderne technische Welt, die der Mensch im 19. und : 20. Jahrhundert geschaffen hat. Doch ist das für sie nicht mehr eine Welt, in der
der Mensch sein Daseinsglück errungen hat. Vielmehr statt des Paradieses hat
der Mensch sich eine Hölle geschaffen. Die Welt des Menschen erweist sich als
die Herrschaft des Unmenschlichen. Die moderne Industrie hat zur Großindu-
strie geführt. Hier ist der Einzelne nur ein Rädchen in einer ungeheuren Appa-
ratur; er ist der Roboter der Maschine geworden. Die Gegenwart steht im
Zeichen der mechanisierten und mechanisierenden Organisation. Das trifft
nicht nur für die Großindustrie zu, sondern auch für den Staat. Er wird zu ei-
nem Exponenten der Wirtschaft und des wirtschaftlichen Machtstrebens. Die
Militärmacht dient gleichfalls diesem Ziel; sie wird militaristisch. Aber auch
die Ordnungen sind mechanisiert und entleert, die die Ordnungen des Lebens
sein sollen: die Familie, die Schule, ja die Kirche. \ Gegenüber diesen Mächten will die junge Generation wieder den Menschen
zur Herrschaft bringen. Im Zeichen des Menschen kämpften auch der Natura-
lismus und der Antinaturalismus. Für den Naturalismus erfüllte sich der Mensch
als Natur und im Dasein, für den Antinaturalismus als Geist und in der Kultur.
Jetzt soll der Mensch sich als Seele begreifen und erfüllen. Seele ist zunächst
einmal die Gegenformel gegen die moderne Zivilisationswelt, die zur Mechani-•}. sierung des Menschen, damit zur Entseelung geführt hat. Religiöse Reminis-zenzen werden hier wirksam: daß der Mensch ein Wesen der Seele, der unsterb-
liehen Seele ist. Der Urgrund der Welt ist nicht die Materie, sondern ist seelisches Sein, damit ein göttliches Sein. Seele äußert sich als Gefühl, als liebendes Gefühl. An der Stelle des objektiven Sachbezugs des Naturalismus, aber auch des Geistbezugs des Antinaturalismus soll der Seelenbezug, damit der Bezug des Gefühls, der Bezug der Liebe stehen. Der Mitmensch soll zum Bruder werden oder zur Schwester. Doch auch die Natur, ja die kosmische Welt soll seelisch erfahren werden. Diese Seele soll lebendige göttliche Einheit erleben und sich aus dem Quell des göttlichen Seins speisen, aus dem Urquell göttlicher Liebe.
Die Kunst des Naturalismus war in der exakten gegenständlichen Beobachtung begründet worden. In Österreich besonders hatte sich eine Dichtung entwickelt, die den Zugriff des Dichters zur Wirklichkeit durch den Zugriff der