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Elmar Jansen Carl Gustav Carus
«Werde ich doch späterhin noch oftmals auf das seltsame Verhältnis der Kunst und Wissenschaft zurückkommen, welches durch mein Leben immerfort sich hindurchgezogen hat » Bereits in den Erinnerungen an seine Jugendjahre kam Carl Gustav Carus auf dieses widerspruchsvolle, für ihn seltsam produktive und lebensbestimmende Verhältnis zu sprechen. Als Sohn einer Färberstochter aus Thüringen und eines märkischen Schönfärbermeisters, der sich in Sachsen selbständig gemacht hatte, verlebte Carus seine Kindheit teils in Leipzig, teils in Mühlhausen. Der Knabe liebte die Einsamkeit und streifte mit offenen Augen durch die Natur. Bald meldete sich das Bedürfnis, den Stofflichkeiten und Strukturen im Pflanzenreich, dem Körperbau der Tiere näher auf die Spur zu kommen. So etwas wie ein Empfinden von der Einheit alles Gestalteten und Gestaltbaren erfaßte und beflügelte ihn, und als tragender Grundwille seines Dranges nach Anschauung, als ein «Organen» seiner Wahrheitssuche erschien ihm die Kunst. Sie tat seinen Naturforschungen «nicht nur keinen Eintrag, sondern sie ging mit ihnen Hand in Hand». Je intensiver er dem einen oblag, desto stärker wurden auch die Hervorbringungen der anderen Seite geweckt und befördert. Wie sehr man ihn auch später in Wissenschaftlerkreisen wegen seiner künstlerischen Neigungen «heimlich und öffentlich mit vielfachem Tadel angegriffen» hat, er blieb bei seiner Meinung, «wie irrig es sei, daß das schärfere Wissen die poetische Wirkung im ganzen störe».