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AN DEN LESER
Oieser Roman, dessen erster Band den Weg des jungen Caruso sdiildert, ist keine Biographie, sondern der Versudi, den Mythos eines Mannes zu zeichnen, der durch seine Stimme Millionen beglückt hat. Er ist ein Dank an den Toten und die göttlidie Kraft, weldie durch seine Stimme den Hörer bezauberte. Ein Dank auch an das Land, dessen unersdiöpf-liche Erde diese magische Stimme gebar und dessen Menschen das Ohr hatten, sie zu hören. Und nicht zuletzt ist dieses Buch der Dank an eine Unbekannte, eine arme, leidende, doch durch ihre Liebe und ihren Glauben wunderbar starke Frau, die den Aufstieg ihres Sohnes nicht mehr erlebte: an die Mutter Carusos.
Dieser Roman will daher weder als faszinierendes Gebilde epischer Kunst noch als dramatisdi geladener Bericht den Leser fesseln, sondern ihm von der Entwicklung einer Seele erzählen, die ihren Ausdruck in dem unerklärlichen Reiz dieses Gesanges fand. Das Geheimnis seiner Stimme ist weder mit Caruso erst spät erworbenem technischem Können noch mit der Pracht des Tones zu erklären; in beiden ist er gelegentlich von andern erreicht, ja übertroffen worden. Ihre Unvergleidilichkeit lag allein darin, daß dieser sehr einfache und im üblichen Verstände ungebildete Mann das besaß, was die meisten Sänger nur vortäuschen, eine abgrundtiefe Seele, und daß ihm keine anderen Mittel gegeben waren, sie zu offenbaren, als seine Stimme. So wie die Schönheit der griechisdien Plastik nichts anderes als der vollendete Ausdruds der die Harmonie ersehnenden Seele des griechischen Menschen ist, so trat Carusos Stimme als vollendeter Ausdruck einer alles beherrschenden Gefühlswelt im „Bilde" der reinen Schönheit