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Kapitel XIAllgemeine Technik der BauehoperationenVonA. W. Fischer1)Mit 31 Abbildungen im Text2)Vorbehaudhmg und VorbereitungDer AllgemeinzustandOperationen in der Bauchhöhle bedeuten eine höhere Beanspruchung der Wider-standskraft des Organismus als Operationen an den Extremitáten. Esist somit eine gar nicht ernst genug zn nehmende Aufgabe, die Leistungsfáhigkeit des Körpers vor dem Bauchschnitt gründlichst zu prüfen. Es gilt nicht alléin die Frage zu erörtern, ob man laparotomieren soll oder nicht, sondern man hat auch nach Prüfung des Allgemeinzustandes sich zu entschlieBen, ob man radikal" oder palliativ" vorgehen, ob man den Eingriff einzeitig oder mehrzeitig durchführen soll.Gerade in neuerer Zeit hat man diesen Fragestellungen besondere Aufmerksamkeit ge-widmet. Ich verweise in erster Linie hier auf das Referat von Rost auf dem Chirurgenkongrefí 1927. Im einzelnen kann ich auf all die mühevollen Arbeiten zu diesem Thema nicht eingehen, ich kann nur feststellen, daB wir leider noch weit davon entfernt sind, die Leistungsf áhigkeit eines Menschen exakt vorher abzuschátzen. Es werden immer neue Methoden zur Prüfung der Widerstandsfáhigkeit des Körpers angegeben (Kniebeugen-Pulszahlprüfung, Blut-druckmessung, Elektrokardiogramm, Prüfung auf latente Ödeme nach Kauffmann, der Vital-kapazitát der Lungen, des Rest N, der Alkalireserve u. a. m., Literatur bei Rost und Volkmann) und immer wieder stellt sich heraus, daB die empfohlene einzelne Methode nur eine Komponente des Gesamtbegriffes Widerstandsfáhigkeit" erfaBt, ein zuverlássiges Gesamturteil aber nicht zuláBt. Immerhin darf und soll man daraus nun nicht den SchluB ziehen, negativistisch all diese Arbeiten abzulehnen, welche dahinzielen, exakt zahlenmáBig die Leistungsfáhigkeit der Organe zu erfassen. Den Allgemeineindruck, welchen der Kranke macht, richtig einzuschátzen, ist Sache höchster árztlicher Kunst und Erfahrung, dies Urteil wird heute noch entscheidend sem müssen; zahlenmáBig kann die Widerstandskraft noch nicht erfaBt werden. Heute ist es z. B. noch nicht möglich, trotz exaktester Herzuntersuchung ein völlig überraschendes post-operatives Versagen des Herzens mit Sicherheit auszuschalten, wir dürfen die Hoffnung aber nicht aufgeben, daB das dereinst doch einmal möglich sein wird. Ich verweise nur auf die Zu-verlássigkeit und ausgezeichnete praktische Verwertbárkeit der Nierenfunktionsprüfung. Auf diesem Gebiet sind wir bereits so weit, auf Grund von Zahlenwerten Eingriffe abzulehnen.Literatur: Monographien von Behrend, Gebele, Kappis, Melchior, Noedmann in Kirschner-Nordmann, Reichel, Volkmann, Zander u. a.*) Vormals bearbeitet von A. Bier.2) Die Zeichnungen sind gröBtenteils von Frau Margabete Simons-Wendland angefertigt. Chirurgische Operationslehre 6. Aufl. Bd. III1