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Von Albert Wilhelm Fischer Mit 31 Abbildungen im Text Die Vorbereitung zur Operation Der moderne Chirurg befaßt sich zunehmend mit der Frage, in welcher Weise em Kranker für die Operation vorbereitet werden muß. Eng gekoppelt hiermit ist die Einschätzung der Widerstandskraft des Kranken, die Frage, ob er den mit der Operation verbundenen besonderen Beanspruchungen genügen kann. Nicht allein die Frage ist zu erörtern, ob man laparotomieren soll, man muß auch einen begründeten Entschluß fassen, ob man radikal oder palliativ vorgehen, ob der Eingriff mehrzeitig oder einzeitig durchgeführt, werden soll, ob eine besondere Vorbehandlung möglich und erfolgversprechend ist. In mühevollen Arbeiten hat Rehn und seine Schule das Operationstrauma zu analysieren versucht, um auf diese Weise zu Rückschlüssen hinsichtlich der Verträglichkeit des Eingriffs und damit zur Indikation zu kommen. Immer neue Methoden wurden angegeben, um die Widerstandsfähigkeit des Körpers zu prüfen, den schon alten Vorschlägen der Kniebeugen-Pulszahl-Prüfung, der Blutdruckmessung bei Belastung, der Deutung des Elektrokardiogramms, der Prüfung auf latente Ödeme nach Kaupmann, der Vitalkapazität der Lungen, der Bestimmung des Reststickstoffes, der Alkalireserve folgten der Veritol-Test, die große Menge der Leberfunktionsproben, die Bestimmung der Bluteiweißkörper und vieles andere, aber immer wieder stellt sich heraus, daß die empfohlene einzelne Methode nur eine Komponente des Gesamtbegriffes „Widerstandsfähigkeit" erfaßt. Ein zuverlässiges Gesamturteil durch eine einzelne Methode scheint nicht zu erwarten zu sein. --Nicht zu vernachlässigen ist der Gesamteindruck, den der Kranke auf den erfahrenen Arzt macht. Ihn richtig einzuschätzen, ist Sache höchster ärztlicher Kunst und Erfahrung, aber auch hierbei begegnen wir immer wieder Enttäuschungen: Kranke, denen wir sowohl an Hand von Funktionsproben, wie auf Grund des Allgemeineindruckes eine günstige Prognose stellten, wurden mit den Aufgaben nicht fertig, die ein operativer Eingriff an den Körper stellt, und umgekehrt sahen wir, daß Patienten, denen man keine nennenswerte Widerstandskraft zutraute, größte Eingriffe, die man nicht umgehen konnte, anstandslos vertrugen. Trotz alledem darf man hier die Waffen nicht strecken, es wäre falsch, das bisher Erzielte zu verkleinern. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß Patienten mit schlechtem Blutbild, mangelnder Alkalireserve, hohen Rest-N-Werten, schlecht ausfallenden Leberfunktionsproben nicht einem Eingriff unterzogen werden dürfen, ohne daß man vorher versucht hätte, hier durch Transfusionen, eiweißreiche Kost, Chirurgische Operationslehre 7. Aufl. Bd. IV