Bővebb ismertető
KAPITEL XXII
Die Operationen bei den Unterleibsbrüchen
Von
Eduard Rehn
Mit 80 Alibildungen im Text
Allgemeiner Teil Einleitung
Die von Schmieden in der letzten Auflage durchgeführte Neubearbeitung des ursprünglioli SuDECivSchen Kapitels trägt, wie alle Werke unseres unvergessenen Meisters, auch heute noch durchaus das Gepräge höchster Klassizität. Es wurde deshalb der SoHMiEDENsche Text in den meisten Abschnitten direkt übernommen und nur dort mit Änderungen und Ergänzungen versehen, wo diese unvermeidlich waren. In der Disposition ist insofern eine Änderung eingetreten, als das Kapitel über die Nabel- und Bauchwandbrüche getrennt zur Behandlung kommt.
Operative und konservative Behandlung
Die verhältnismäßige Ungef ährlichkeit und der hohe Prozentsatz der Dauererfolge sichern der Radikaloperation heute unbestritten die erste Stelle in der Behandlung der Unterleibsbrüehe; sie ist das Verfahren der Wahl und sollte auch bei beschwerdefreien Hernien immer empfohlen werden, wenn nicht gewichtige Gründe im Einzelfall gegen den Eingriff sprechen. Derartige Kontraindikationen können durch den Allgemeinzustand begründet sein, der es ratsam erscheinen läßt, jeglichen operativen Eingriff zu vermeiden. (Es sei nur hingewiesen auf schweren Diabetes, Tuberkulose, allgemeine Körperschwäche usw.) — Selbst bei diesen Zuständen sollte man aber keineswegs zu ängstlich sein, denn bei dem heutigen Stande der chirurgischen Technik und den Möglichkeiten schonendster Schmerzausschaltung wird die Radikaloperation auch von erheblich belasteten Individuen überraschend gut vertragen. (Eine gewisse Zurückhaltung ist geboten bei den übergroßen Brüchen im Greisenalter, sofern nicht erhebliche Beschwerden oder Einklemmung einen Eingriff bedingen.) Die besonderen Verhältnisse bei den verschiedenen Brucharten sind im speziellen Teil berücksichtigt.
Die Bandagenbehandlung bei operablen Brüchen muß aus ärztlichen und sozialen Gründen heute abgelehnt werden. Das Bruchband ist lediglich ein Palliativmittel von sehr zweifelhaftem Wert. Eine Heilung kann dadurch bei ausgebildetem Bruch nicht erreicht werden. In sehr vielen Fällen gelingt es nicht einmal mit einiger Sicherheit, den Austritt des Bruches und seine Einklemmung zu verhüten. Das Tragen eines Bruchbandes bedeutet eine dauernde Belästigung und führt gelegentlich zu hartnäckigen Ekzemen. Darüber hinaus wirkt es durch den dauernden Druck direkt schädigend auf die Körpergewebe, führt zur Atrophie der Muskulatur und Adhäsionsbildung. Eine eventuell noch notwendig werdende Operation kann dadurch erhebliche Schwierigkeiten bieten. Die Bandagenbehandlung sollte auf die Fälle beschränkt bleiben, bei denen die Operation aus irgendeinem zwingenden Grunde abgelehnt wird. Die Injektionsbehandlung der Hernien wurde erstmals von Velpeatj (1795—1867) angegeben. Er Chirurgische Operationslehre 7. Aufl. Bd. V 1