Bővebb ismertető
VORWORT
Diese zweite Sammlung von Symposium-Protokollen, gewidmet dem General-Thema „Christen und Marxisten im Friedensgespräch", soll die Öffentlichkeit von Beratungen unterrichten, die, angeregt durch unsere beiden Institute, in Tutzing, Philadelphia bzw. Kischinew stattfanden.
Wiederum waren die Referenten und Diskutanten namhafte christliche bzw. marxistische Gelehrte, die sich ihren respektiven Bewegungen voll verbunden fühlen und sie wahrhaft repräsentieren. Sachkundigkeit und Aufrichtigkeit kennzeichneten die Diskussionsbeiträge - sie wurden wechselseitig erwartet und geboten.
Wir hoffen, daß darin der Wert besteht, den sie für den Leser haben können.
Die Referate und Wortmeldungen mußten aus mehreren Sprachen übersetzt und zur Publikation eingerichtet werden. Um diese Redaktionsarbeit und die Erstellung der Register hat sich Frau Dipl.-Dolm. Dr. Sigrid Pöllinger besonders verdient gemacht.
Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. Univ.-Prof. Dr. Dr.
WALTER HOLLITSCHER RUDOLF WEILER
Kanzler des Internationalen Instituts Vorstand des Insdtuts
für den Frieden für Friedensforschung
an der Universität Wien
DER DIALOG UND DAS VATIKANISCHE SEKRETARIAT FÜR NICHTGLAUBENDE
Kardinal Franz König
Zur Zeit des II. Vatikanischen Konzils ist der Dialog zu einem „Schlüsselwort des Zeitbewußtseins geworden". Vor allem die pastorale Konstimtion „Die Kirche in der Welt von heute" hat die Bedeutung des Dialogs unterstrichen im Bemühen, mit der Botschaft des Evangeliums dem Menschen und der Menschheit zu dienen. So lesen wir zum Beispiel in Nr. 3 des genannten Dokumentes: ,,Als Zeuge und Künder des Glaubens des gesamten in Christus geeinten Volkes Gottes kann darum das Konzil, dessen Verbundenheit, Achtung und Liebe gegenüber der ganzen Menschheitsfamilie . . . nicht beredter bekunden als dadurch, daß es mit ihr in einen Dialog eintritt über all diese verschiedenen Probleme Es geht um die Rettung der menschlichen Person, es geht um den rechten Aufbau der menschlichen Gesellschaft. Der Mensch also, der eine und ganze Mensch, mit Leib und Seele, Herz und Gewissen, Vernunft und Willen steht im Minelpunkt unserer Ausführungen".
Diese Bereitschaft zum Dialog gilt also gegenüber allen Menschen, das heißt gegenüber den Glaubenden ebenso wie gegenüber den Nichtglaubenden: „Wenn die Kirche auch den Atheismus eindeutig verwirft, so bekennt sie doch aufrichtig, daß alle Menschen, Glaubende und Nichtglaubende, zum richtigen Aufbau dieser Welt, in der sie gemeinsam leben, zusammenarbeiten müssen. Das kann gewiß nicht geschehen ohne einen aufrichtigen und klugen Dialog. Deshalb beklagt sie die Diskriminierung zwischen Glaubenden und Nichtglaubenden, die gewisse Staatslenker in Nichtachtung der Grundrechte der menschlichen Person ungerechterweise durchführen."
Auf der Bischofssynode des Jahres 1974 hat der damalige Erzhiscjiof und Kardinal von Krakau Wojtyla in einer Wortmeldung ebenfalls die Bedeutung des Dialoges im Leben der Kirche behandelt. Dialog, so damals Kardinal Wojtyla, könne nicht Aufweichung der eigenen Position im Sinne des Indifferentismus oder Konformismus sein, sondern stelle ,,eine Disposition auf den anderen hin dar, völlige Öffnung, in Liebe dem anderen zuzuhören und ihn zu verstehen".
Papst Johannes war es, der das Gespräch mit der Wek begonnen hat. Wie sehr die Welt auf dieses Gespräch gewartet hat, ist aus dem gewaltigen Echo zu sehen, mit der die Menschheit die Erscheinung des Papstes Johannes begrüßt hat. Sein Nachfolger Papst Paul VI. hat dieses Gespräch geordnet und in ein System gebracht. In seinem ersten Rundschreiben (Ecclesiam suam) hat er drei Kreise des Dialoges abgesteckt: Den Dialog mit den getrennten Christen, den Dialog mit den nichtchristlichen Religionen und schließlich den Dialog mit den Nichtglaubenden. Für jeden dieser drei Gesprächskreise errichtete er ein eigenes Sekretariat. Man kann diese drei Sekretariate untereinander in