Bővebb ismertető
Einleitung
Der Anstoß zu diesem Buch kam für mich aus meiner elfjährigen Arbeit als Leiter der Katholischen Sozialakademie Österreichs, einer Institution der Österreichischen Bischofskonferenz. Meine Erfahrung besagt, daß die katholische Soziallehre nur eine sehr geringe Wirksamkeit besitzt. Ich sah mich herausgefordert, nach der Ursache für dieses Wirkungsdefizit zu fragen.
Diese Frage kann nicht aus bequemer Distanz gestellt werden. Viele Christen - oft in Positionen des Reichtums und der Macht -tragen offenkundig nicht in erkennbarer Weise zu einem befreienden gemeinsamen Handeln bei. Die beiden letzten Weltkriege, die weithin von Christen »bestritten« wurden, machen in besonderer Weise deutlich, wie wenig die Kirchen das öffentlich-gemeinsame Tun der Menschen bestimmen konnten, wie sehr die Christen selbst dem Gewaltmechanismus verfielen. Was tun die Christen gegen die sozialen Zerstörungen und Bedrohungen heute - gegen die Kriegsdrohung, gegen Hunger und Elend in den Randgebieten der Weltwirtschaft, gegen Arbeitslosigkeit und neues Elend sogar auch in den industrialisierten Kerngebieten? Was tun sie gegen den in unserer Wirtschafts- und Lebensweise vorprogrammierten ökologischen Selbstmord? Was bedeutet ihnen die Botschaft Jesu, die Lehre ihrer Kirchen, im besonderen die katholische Soziallehre? Liegt es nicht auch an der katholischen Soziallehre, daß so viele einzelne Christen und Gemeinden so wenig imstande sind, ein wahrhaftiges, in gegenseitiger Ehrfurcht gründendes, gerechtes Zusammenwirken aller Menschen anzuregen?
Woher kommt die geringe Wirksamkeit der katholischen Soziallehre? Wie ist Abhilfe zu schaffen? Eine mögliche Antwort auf diese Fragen kann sowohl im Raum des theoretischen Denkens als auch in der Praxis christhcher Gemeinden wachsen.
Die Theologie ist sich ihrer politischen Verantwortung bewußter geworden, auch in der Theorie. Jedenfalls wird die gesamtgesellschaftliche Verantwortung der Christen intensiver wiederentdeckt und die Botschaft Jesu entschiedener mit den pluralen Strukturen gesellschaftlicher Praxis konfrontiert. Wichtige Anregungen für eine Neuorientierung christlicher Soziallehre gehen von der »politischen Theologie« aus, von der »Theologie der Befreiung«, von theologisch relevanten Grunderfahrungen im Werk René Girards
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