Bővebb ismertető
Lieber Leser!
In dieser Mappe finden Sie sechzehn Briefe, die vom Augsburger Bekenntnis handeln. Diese Bekennt-nisschrift ist vor nunmehr 450 Jahren geschrieben und veröffentlicht worden und wird manchem von Ihnen nicht besonders bekannt sein. Sie ist aber wíchtig. Man sollte sie náher kennen Darum schreiben wir Ihnen, und wie es sich gehört, woilen wir uns zunáchst einmal vorstellen.
Wer schreibt Ihrien?
Wir sind ein bunt gemischter Kreis von Christen. Jeder hat einen der Briefe geschrieben. Die meisten von uns sind Theologen und stehen ím kirchlichen Dienst. Aber schon das gilt nicht für alle: Einer ist zum Beispiel Zeitungsredakteur, ein anderer Evangelist. Auch eine Frau ist unter uns, und zwar die Leiterin einer evangelischen Kommunitát. Bischöfe und Gemeindepfarrer, Professoren und Theologen aus Kirchenámtern sind dabei.
Die meisten von uns sind lutherisch, aber in ökumenisch offener Ausrichtung, was sich auch daran zeigt, daB wir einen römisch-katholischen Weihbischof und einen reformierten Schriftsteller um ihre Mitarbeit gebeten habén. Fünf der Mitarbeiter und ein Berater (die Unterzeichner dieser Einleitung) habén als Redaktionsgruppe die Themen der Briefe festgelegt, die Brieftexte überdacht und sie zusam-men mit den Autoren in ihre Endfassung gebracht. Beauftragt hat uns die Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).
Wem schreiben wir?
Unsere Antwort ist: jedem. Lassen Sie sich durch das Altér des Augsburgischen Bekenntnisses oder auch durch den einen oder anderen theologischen Fachausdruck nicht unsicher machen. Wir wenden uns nicht besonders an Fachtheologen oder Historiker, sondern schreiben an ,,Menschen wie du und ich". Das sehen Sie schon an den Überschriften, die sich an Sie persönlich richten. Dahinter stehen Stichworte wie Gott, Sünde, Jesus, Kirche, Beichte usw. Das sind Fragen, die Christen und im Grundé jeden Menschen interessieren sollten. Suchende sind wir zuletzt alle.
Wovon handeln die Briefe?
Das Augsburger Bekenntnis (abgekürzt: CA, von Confessio Augustana) wurde am 25. Juni 1530 auf dem Reichstag in Augsburg verlesen und dem Kaiser übergeben. Zu jener Zeit ging es noch darum, ob die von Martin Luther ausgehende Erneuerungsbewegung der einen Kirche zur Spaltung in eine römisch-katholische und eine eigene lutherische Kirche führen muBte oder ob dies noch verhindert werden konnte. Die Anhánger der reformatorischen Bewegung hatten sich gegen viele MiBstánde des kirchlichen Lebens gewandt und sie unter Berufung auf die Heilige Schrift weithin auch abgeschafft. Sie hatten mehrfach gefordert, daB die Fragen des Glaubens und der Kirche auf einem allgemeinen und freien Konzil behandelt werden sollten. Als Kaiser Kari V. nun 1530 zum Augsburger Reichstag einlud, wurde es nötig, die theologischen Gründe für das Handeln der Reformatoren darzulegen. Die Übereinstimmung der reformatorischen Bewegung mit den Grundlagen des christlichen Glaubens überhaupt und alsó nicht zuletzt mit der althergebrachten Lehre der Kirche sollte aufgewiesen werden. Philipp Melanchthon, Freund Luthers und Mitreformator, formulierte aufgrund verschiedener Vorarbeiten anderer die 28 Artikel der CA. Er hielt dabei Kontakt mit Luther, der wáhrend des Reichstages auf der Coburg bleiben muBte, weil er noch immer geáchtet war. Die CA wurde dann von den Fürsten und Stadtráten unterzeichnet, die sich zur reformatorischen Sache bekannt hatten. Leider hat die CA die Kirchenspaltung nicht verhindern können. Sie wurde in einer ,,Widerlegung" (Confutatio) durch die auf dem Reichstag anwesenden pápstlichen Theologen zurückgewiesen, vom Kaiser abgelehnt, von den Evangelischen festgehalten. lm Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte bekam sie grundlegende Bedeutung für die meisten evangelischen Kirchen. Neben dem Kleinen Kate-chismus Luthers wird sie als wichtigste Bekenntnisschrift genannt, in Kirchenverfassungen erwáhnt und der Verpfiichtung der Pfarrer bei ihrer Ordination zugrunde gelegt. Die CA ist alsó ein MaBstab für evangelische Verkündigung bis heute.