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John Leighton - Corot, Courbet und die Maler von Barbizon [antikvár]

Corot, Courbet und die Maler von Barbizon [antikvár]

John Leighton, John Sillevis, Roland Dorn

 
VORWORT Im Jubiläumsjahr von Camille Corot, dessen 200. Geburtstag zu feiern ist, erhält unsere große Ausstellung über die Maler von Barbizon einen besonderen Akzent. Umfangreiche Retrospektiven werden dem Hauptmeister einer neuen Landschaftsmalerei in diesen Monaten gewidmet: Im Pariser Grand Palais und im Metropolitan Museum in New York kann man sich in repräsentativer Auswahl mit seinem Gesamtwerk auseinandersetzen, in der National Gallery Washington und im Brooklyn Museum wird der wesentliche Teilaspekt seiner Erfahrung mit dem...
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VORWORT Im Jubiläumsjahr von Camille Corot, dessen 200. Geburtstag zu feiern ist, erhält unsere große Ausstellung über die Maler von Barbizon einen besonderen Akzent. Umfangreiche Retrospektiven werden dem Hauptmeister einer neuen Landschaftsmalerei in diesen Monaten gewidmet: Im Pariser Grand Palais und im Metropolitan Museum in New York kann man sich in repräsentativer Auswahl mit seinem Gesamtwerk auseinandersetzen, in der National Gallery Washington und im Brooklyn Museum wird der wesentliche Teilaspekt seiner Erfahrung mit dem mediterranen Licht gezeigt, dessen besondere Qualität ihn die Natur mit neuen malerischen Mitteln erfassen und ihn so zu einem der Wegbereiter des Impressionismus werden ließ. Schon einmal wurde in Deutschland, damals im Abstand eines Jahres auf die Corot-Jubiläumsausstellung folgend, der Versuch unternommen, die Künsderkolonie von Barbizon hierzulande noch besser be-karmt zu machen. Die denkwürdige, von Günter Busch 1977 veranstaltete und über 500 Werke umfassende Monumentalschau zeigte imter dem Titel »Zurück zur Natur« ein Panorama der europäischen Landschaftsmalerei von Lorrain imd Poussin bis zu den deutschen Expressionisten imd Worpsweder Malern, das Barbizon als ein zentrales Kapitel einschloß. Seither hat man sich in Deutschland in keiner bedeutenden Ausstellung mehr mit dem Thema beschäftigt, so daß die hiesige Öffentlichkeit, nach wie vor auf das Phänomen des Impressionismus als das Signal der Moderne schlechthin fixiert, über dessen unmittelbare Vorgeschichte vielfach in Unkenntnis geblieben ist. Die Münchner Ausstellung, die erstmals ausschließlich den Künsdern von Barbizon gilt, will die Kenntnis über dieses Phänomen vertiefen und auch dessen Vorbedingungen und Ursachen aufzeigen. Parallel zur Ausstellung wird deshalb auch ein internationales Fachkolloquium stattfinden, das sich erstmals disziplinübergreifend mit allen Aspekten des Themas beschäftigt. Im Mittelpunkt der Münchner Ausstellung stehen die zwölf wichtigsten Barbizon-Maler der frühen Generation mit einer repräsentativen Auswahl aus ihrem Gesamtceuvre. Hier ragen Corot, Daubigny, Diaz, Jules Dupre, Millet, Rousseau und Troyon besonders hervor. Sie alle standen in unterschiedlich engem Verhältnis zu Barbizon, jener nahe Paris gelegenen Malerkolonie am Rande des Waldes von Fontaine-bleau. Sie fanden hier eine unberührte Natur vor, eine Landschaft wie ein Denkmal entschwundener Vorzeit, die wieder Maßstäbe setzte in einer sich damals plötzlich und überstürzt verändernden Welt. Für einige wurde Barbizon, anfangs noch im Wechsel mit dem unruhigen Leben in der schnell wachsenden Metropole, zum Refugium. Cour-bet, der zwar gelegentlich mit einigen dieser Künsder zusammenarbeitete, aber nicht im engeren Sinne zu diesem Kreis zählte, wurde dennoch als wesentlicher Anreger und Repräsentant der neuen Naturauffassung miteinbezogen. Nach dem Facettenreichtum im Schaffen eines jeden der zwölf Maler richten sich Auswahl und Anzahl der Exponate. So werden künsde-risch durchaus eigenständige Individualitäten sichtbar und der gelegentlich immer noch fälschlich verwendete Schulbegriff für diese Gruppe von Pionieren eines neuen Künstlerverständnisses in Frage gestellt. Gleichwohl werden bestimmte Schnittpunkte in der künstlerischen Äußerung, Motivwahl, Maltechnik und Experimentierlust, das Netz gegenseitiger Anregungen also, deudich erkennbar. In einem Vorspann sind einige Werke der vorhergehenden französischen Künstlergeneration zu sehen, die am Anfang dieser neuen Zuwendung zur Natur stehen und ein Verbindungsglied zwischen der traditionsgebundenen, idealistischen Naturauffassung und der Pleinair-Malerei bilden. Mit ihren damals grundlegend neuen Ideen aufklärerischer und früh romantischer Prägung und deren malerischer Umsetzung haben sie ebenso wie die gleichfalls mit Werkbeispielen vertretenen englischen Landschafter Constable und Boning-ton auf die Maler von Barbizon gewirkt. Zahlreiche Zeichnungen und Aquarellstudien vermitteln eine genauere Vorstellung der Werkprozesse. Hierzu gehören auch die druckgraphischen Blätter, aus denen die Experimenüerfreude der Künstler von Barbizon gerade auf diesem Gebiet ersichtlich wird. Schließlich wird zum ersten Mal im Kontext einer Ausstellung über Barbizon eine große Anzahl von künsderisch hochbedeutenden Originalaufnahmen berühmter Photographen jener Zeit zu sehen sein. Auch unter dem heute besonders aktuellen Aspekt der gegenseitigen Beeinflussung bildästhetischer Vorstellungen von Malern und Photographen sind diese Beispiele einer damals noch ganz jungen Kunstgattung von besonderem Interesse. Die kostbaren, oft nur als Unikate erhaltenen Vintage-Prints sind vor dem Hintergrund der um die Jahrhundertmitte heftig geführten Theoriedebatte zu sehen, die sich um die Frage drehte, ob die Kunst sich in der Naturnachahmung zu erschöpfen habe. Die glückliche Verwirklichung unseres Ausstellungskonzepts verdanken wir in allererster Linie der Großzügigkeit zahlreicher öffentlicher und privater Leihgeber, für die wegen der Vielzahl der Leihgaben

Termékadatok

Cím: Corot, Courbet und die Maler von Barbizon [antikvár]
Szerző: John Leighton , John Sillevis Roland Dorn
Kiadó: Haus der Kunst
Kötés: Varrott papírkötés
Méret: 250 mm x 270 mm
John Leighton művei
John Sillevis művei
Roland Dorn művei
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