Bővebb ismertető
VORWORTZahlreiche Aspekte der griechischen Vasenmalerei wurden in der Vergangenheit durch Monographien und Veranstaltungen schon beleuchtet. Pflanzen und Tieren hingegen wurde bislang nur in Ausnahmefällen größeres Interesse entgegengebracht, obwohl sie keinesfalls eine Seltenheit in der griechischen Bilderwelt darstellen. Deswegen wählten wir das Thema OTTA KAI ZillA, Pflanzen und Tiere auf griechischen Vasen, für ein Symposion, das im September 2013 als Kooperation zwischen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Universität Graz stattgefimden hat. 28 der 36 zu diesem Anlass gemeldeten Vorträge liegen in diesem Band nun gedruckt vor. In die Manuskripte flössen zahlreiche Diskussionsbeiträge und Gespräche während der Veranstaltung ein.Der Titel des Symposions Phyta kai Zoa mag wenig präzise sein - das ergibt sich bereits aus den nicht klar umrissenen Termini im Altgriechischen. Phyta stellen den Oberbegriff für alle Arten von Gewächsen dar, unabhängig von Größe und Wuchs. Zoa bezeichnen im Prinzip allgemein alle Lebewesen, was den Menschen miteinschließt. Wir wollen zoa hier aber in erster Linie als den Pflanzen gegenübergestellte Fauna sehen.Diese nicht klar definierten Ausdrücke bringen uns rasch zu den zentralen Themen der Veranstaltung bzw. der Publikation: Wie ist das Verhältnis des antiken Menschen zu Pflanzen und Tieren, respektive zu seiner Umwelt-, wie sieht der antike Mensch sich selbst im Umgang mit seiner Umwelt und wie setzt er dieses Verhältnis bildlich um, konkret im Vasenbild?Diese Fragen werden anhand von Gefäßdarstellungen aus unterschiedlichen Epochen, von der geometrischen bis zur spätklassischen Zeit, und aus verschiedenen geographischen Landschaften, von Kleinasien bis Etrurien, beleuchtet.Dabei erscheinen Tiere in ihrem eigenen Lebensraum, als Haustier oder jagdbares Wild; Pflanzen kennzeichnen einen Ort oder werden wegen ihres schmückenden Charakters verwendet. Beide, Pflanzen und Tiere, sind in Szenen der Lebenswelt und in Darstellungen des Mythos vertreten, und beiden ist auch eine symbolische Verwendung gemeinsam. Pflanzen und Tiere können so den Kern einer Darstellung bilden, ein bereicherndes oder erklärendes Attribut sein oder dekorativen Charakter haben.Daraus bildeten wir fiir das Symposion vier Sektionen, die auch in der Publikation beibehalten werden: Alltag, Mythos, Ornament und Symbol. Natürlich sind die Übergänge der einzelnen Bereiche oft fließend, und die Grenzen bleiben durchlässig. Kaum ein florales oder theriomorphes Element kann ausschließlich einem einzigen Bereich zugeordnet werden. Aber auch die Definition der Abgrenzung einzelner Bereiche voneinander nimmt eine prominente Rolle in den hier vorgelegten Beiträgen ein.Trotz der Grenzen, markant oder diffus, fungieren Pflanzen und Tiere auch als Identifikationssymbole, sogar Götter treten in Tiergestalt auf oder eine Pflanze oder ein Tier stellt ein göttliches Attribut dar. Wie sehr Pflanzen und Tiere bis in die heutige Zeit als Identifikationssymbol genutzt werden, wird im Besonderen in der Heraldik deutlich. Erinnern wir uns beispielsweise an die französische Lilie oder an das Wappentier der Stadt Graz und des Landes Steiermark. Inwiefern vergleichbare Prozesse auch in den Vasendarstellungen greifbar werden, zeigen die hier vorgelegten Aufsätze.Dabei darf nicht übersehen werden, dass man wohl unterscheiden muss, zwischen realen, existierenden Tieren, wie Hase, Hund, Vogel, Pferd, etc. - schon der häufig gezeigte Löwe ist ein Grenzfall, da sein Vorkommen im antiken Griechenland ja immer wieder diskutiert wird und den mythologischen Tieren, wie Drache, Greif etc.