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Im Jahre 1746 erwarb König August III. die hundert besten Bilder der
Sammlung des Herzogs von Modena für seine eigene Galerie in
Dresden, darunter vier große Tafeln des Antonio Allegri da Correggio,
den man im achtzehnten Jahrhundert ganz besonders schätzte. Hatte doch
zum Beispiel damals der Dresdener Hofmaler Ismael Mengs seinem von
ihm zum Maler erzogenen Sohn Anton Raphael die Vornamen der beiden
Meister mitgegeben, die seine Leitsterne werden sollten und es tatsächlich
auch geworden sind. Mit diesen vier Tafeln, Hauptwerken des Meisters,
hatte die Dresdener Galerie einen Schatz erworben, desgleichen sich
keine Kunstsammlung außerhalb Italiens rühmen konnte, und das ist
bis zum heutigen Tage so geblieben.
Correggio wurde wahrscheinlich um 1489 in der kleinen Stadt Correggio
geboren, deren Namen ihm dann die Nachwelt gegeben hat. Sie liegt in
der norditalienischen Landschaft Emilia, nicht weit von Parma, Modena
und Mantua entfernt, und auch Kunststätten wie Ferrara und Bologna, ja
Venedig und Mailand waren in einigermaßen erreichbarer Nähe. Über
die Ausbildung Correggios zum Maler ist uns nichts Sicheres bekannt.
Deutlich sind seine Beziehungen zur Kunst des Andrea Mantegna, der
am Hofe des Markgrafen Lodovico Gonzaga in Mantua tätig war; doch
da Mantegna 1506 starb, wird der junge Correggio ihn kaum noch persön-
lich gekannt haben. Sicher kannte er aber den nach Mantegna im mark-
gräflichen Dienst stehenden Lorenzo Costa, der in seiner Kunst Stil-
elemente der ferraresischen und bolognesischen Schule vereinigte (in der
Dresdener Galerie durch eine „Lesende Maria" vertreten). Überdies sind
mancherlei Beziehungen Correggios zu dem kunstliebenden Hof der
Gonzaga in Mantua nachgewiesen.