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Cuno Amiet [antikvár]

Albert Baur

 
Fünfzehn Jahre war ich alt, ein behender Jüngling, tatig, neugierig, offen allém, was zu mir kommen wollte, voll Begeisterung für so viele Schönheiten um mich herum, in der Natúr, in den Büchern, im Theater, in der Musik, in den Bildern. Die Bilder in der Sammlung unserer kleinen Stadt, wie waren sie schön. Ein Gesicht war gemalt so frisch und hell; mit seinen gelblichen, rötlichen, bláulichen Tönen hob es sich so lichtvoll vom braunen Hintergrund ab. Eine Wiese, ein Wald, wie standén sie warm in der hellkühlen Luft. Wie...
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Fünfzehn Jahre war ich alt, ein behender Jüngling, tatig, neugierig, offen allém, was zu mir kommen wollte, voll Begeisterung für so viele Schönheiten um mich herum, in der Natúr, in den Büchern, im Theater, in der Musik, in den Bildern. Die Bilder in der Sammlung unserer kleinen Stadt, wie waren sie schön. Ein Gesicht war gemalt so frisch und hell; mit seinen gelblichen, rötlichen, bláulichen Tönen hob es sich so lichtvoll vom braunen Hintergrund ab. Eine Wiese, ein Wald, wie standén sie warm in der hellkühlen Luft. Wie schummerig spielten Lichter und Schatten um die Menschen im Zwielicht einer báurischen Stube. Heimlich schon hatte ich auch versucht, solche Dinge zu machen, zu zeichnen, mit Wasserfarben zu malen und wohl auch mit Ölfarbenabfállen, die ich da und dort ergattern konnte. Mein ganzes Denken war nur noch Malen. Maler möchte ich werden. So weit war ich auch schon, daB nicht die gemalte Geschichte am meisten mich fesselte. Alles war ja schon dargestellt, Ernstes, Trauriges, Lustiges, Menschen, Tiere, Früchte, Himmel und Erde. Aber wie das alles gemalt war, das war's, was nicht genug ich anschauen konnte. Das wollte ich lernen, ergründen und können. Ich wurde sechzehn, siebenzehn und achtzehn. Die Widerstánde waren gebrochen. Jede freie Stunde neben der Schule hatte mit Stift und Pinsel und Fühlen und Denken meiner jungen lieben Kunst gegolten. Und ich hatte gelernt, daB, was ich wollte, ein fernes, hohes und kaum zu erreichendes Ziel war. Hart, unerbittlich streng war der Anfang des Lernens. Ganz aus war es jetzt mit dem enthusiastischen Geflatter. Was ich manchmal schon geahnt hatte, wurde zur Wirklichkeit. Es hieB sich zusammennehmen. Ein Blatt sollte jetzt ein Blatt sein und nicht nur ein phantasievoller Pinselstrich; es muBte seine Farbe habén und nicht irgendein hübsches Grün; es muBte mit seiner Umgebung eins werden. Ein Baumstamm war nicht irgendein Baumstamm, sondern der Baumstamm; ein Schlüsselbein war nicht irgendein dünner langweiliger Knochen, es war unerhört schwer, seine zierlich gedrehte Eleganz zu erfassen und wiederzugeben. Wie vieler Ansátze und übender Wiederholungen bedurfte es, um die Verháltnisse in einem Kopf zu treffen, daB Stirne, Nase, Mund, Kinn und die Ohren richtig stehen, daB die Haare weich drum liegen. Und versuchte man zum Ausruhen einmal wieder eine Landschaft hinzumalen, da galt es, von der Blume ganz zu vorderst durch all die Pláne mit den Báumen bis zum letzten Höhenzug die Farben nicht nur bláuend abzustufen; sie sollten ihren Eigenwert behalten und dennoch meterweise die Entfernung richtig geben. Und wie verzwickt war alles dieses erst in dem Gewirr der Aste und der Blátter, welche letz-

Termékadatok

Cím: Cuno Amiet [antikvár]
Szerző: Albert Baur
Kiadó: Holbein-Verlag
Kötés: Vászon
Méret: 210 mm x 300 mm
Albert Baur művei
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Vélemény:
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